Lexikon
Wallenstein
Aufstieg
Nach dem frühen Tod seiner Eltern, die dem protestantischen Glauben anhingen, wurde Wallenstein bei Verwandten erzogen. 1599 besuchte er die Akademie von Altdorf bei Nürnberg, anschließend bereiste er mehrere europäische Länder, u. a. Italien. Seit 1604 im militärischen Dienst Habsburgs, trat Wallenstein 1606 zum Katholizismus über. 1609 heiratete er die reiche Witwe Lukretia von Vickow († 1614). 1617 unterstützte Wallenstein Erzherzog Ferdinand mit eigenen Truppen im Krieg gegen Venedig. Nach dem Frieden wurde Wallenstein kaiserlicher Oberst und in den Grafenstand erhoben. Während des Aufstandes der böhmischen und mährischen Stände zu Beginn des Dreißigjährigen Kriegs wahrte er Loyalität gegenüber dem Kaiser. An der Spitze eines Kürassierregiments leistete Wallenstein bei der Niederwerfung des Aufstandes 1619/1620 wichtige Dienste und konnte nach dem Strafgericht über die Aufständischen als „Gubernator des Königreiches Böhmen“ zahlreiche Herrschaften für sich konfiszieren. Nach seiner Vermählung mit Elisabeth Isabella Katharina von Harrach (1623), deren Familie eng mit dem Kaiserhaus verbunden war, erhob ihn Ferdinand II. in den Reichsfürstenstand und seinen gewaltigen Länderkomplex zum Herzogtum Friedland.
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