Lexikon
Westpreußen
ehemalige preußische Provinz beiderseits der unteren Weichsel, umfasste das preußische Weichselgebiet mit Elbing und Marienburg sowie Pommerellen und das Kulmerland; 25 552 km2 mit rund 1,7 Mio. Einwohnern (1910). – Der westliche Teil des Ordenslandes Preußen kam 1466 nach dem 2. Thorner Frieden als „Preußen königlichen Anteils“ zu Polen. Durch die polnischen Teilungen kam Westpreußen 1772 (Danzig und Thorn 1793) an Preußen. Es wurde 1824 mit Ostpreußen zur Provinz Preußen vereinigt, 1878 eigene Provinz Westpreußen mit dem Regierungssitz Danzig, 1920 geteilt in den Regierungsbezirk Westpreußen (zur Provinz Ostpreußen) und die Grenzmark Posen-Westpreußen, die bei Deutschland verblieben, sowie in das zur freien Stadt erklärte Danzig und in Pommerellen, das Polen zugesprochen wurde (Polnischer Korridor). Nach dem 2. Weltkrieg 1945 wurden der Regierungsbezirk Westpreußen und die Grenzmark polnischer Verwaltung unterstellt (Ostgebiete). Erst mit einem am 14. 11. 1990 geschlossenen Vertrag erkannte das wieder vereinigte Deutschland die Oder-Neiße-Linie völkerrechtlich als deutsch-polnische Grenze an und somit die Zugehörigkeit Westpreußens zu Polen.
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