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LEXIKON

Zollverein schließt Österreich aus

Zollverein schließt Österreich aus
Der österreichische Staatskanzler Metternich äußert in einem Bericht an Kaiser Franz I. 1833 seine Bedenken gegenüber dem Deutschen Zollverein, der 1834 unter preußischer Führung und ohne Österreich in Kraft geht. Metternichs Sorgen über eine schleichende politische Ausgrenzung Österreichs aus dem deutschen Bund erweisen sich später als berechtigt:

Die kommerziellen Nachteile, welche [der Zollverein] für die österreichische Monarchie notwendig haben muss, eurer Majestät näher zu entwickeln, muss ich der Finanzbehörde ... überlassen ... Allein noch viel bedenklicher dürfte diese Rückwirkung auf dem politischen Felde sich für uns gestalten ...

In dem großen Bundesverein (d. h. dem 1815 gegründeten deutschen Bund mit seinen wichtigsten Mächten Österreich und Preußen) entsteht ein kleinerer Nebenbund ..., welcher nur zu bald sich daran gewöhnen wird, seine Zwecke mit seinen Mitteln in erster Linie zu verfolgen und die Bundeszwecke und Bundesmittel nur in zweiter Linie, insofern sie mit den ersteren sich vereinbaren lassen, zu berücksichtigen. Nach und nach werden die Vereinsstaaten unter tätiger preußischer Leitung und bei den sich notwendig bildenden gemeinsamen Interessen in einem mehr oder weniger kompakten Körper zusammenfließen, welcher bei jeder am Bundestage zur Verhandlung kommenden Frage (und dies nicht bloß in den Handel betreffenden Angelegenheiten) nach gemeinschaftlich verabredeten Grundsätzen vorangehen und in demselben Sinne abstimmen wird ...
Mit allen Künsten diplomatischer Tätigkeit, mit allen Verlockungen durch materielle Interessen wird daher in der Zukunft Preußen dahin streben, an den seinem System verschriebenen Höfen den Einfluss Österreichs zu schwächen, ... Österreich endlich als das, was es in kommerzieller Beziehung allen diesen Staaten gegenüber allerdings bereits ist, ... als Ausland Ansehen zu machen."
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