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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
BRD:
Die Abkürzung bezeichnet den Staat
Bundesrepublik Deutschland
. Der früheste Beleg stammt aus einem Aufsatz des Diplomaten Wilhelm Grewe vom Juni 1949. Die Abkürzung wurde anfangs auch in westdeutschen amtlichen Verlautbarungen benutzt. In Veröffentlichungen der DDR wurde sie durchgehend erst seit 1970 gebraucht. Davor wurde der westdeutsche Staat unter anderem als
Westdeutschland
oder
westdeutsche Bundesrepublik
bezeichnet. Ein offizieller Beschluss der Regierungschefs von Bund und Ländern verbot 1974 den amtlichen Gebrauch von
BRD
. Zur Begründung hieß es seinerzeit, der Gebrauch der Abkürzung verdränge den Begriff
Deutschland
aus dem öffentlichen Bewusstsein. Hintergrund war, dass der ostdeutsche Staat
BRD
als propagandistischen Gegenbegriff zu DDR konsequent einsetzte, um auch auf diese Weise die beanspruchte Gleichberechtigung der beiden Staaten auszudrücken. Der die alten Bundesländer umfassende Staat erhob damals den Alleinvertretungsanspruch für Deutschland.
BRD
wurde so im westlichen Deutschland zunehmend als DDRJargon empfunden. Die Bundesrepublik wich wiederum zur Abgrenzung auf die Abkürzung
BR Deutschland
aus. Seit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wird das Kürzel
BRD
kaum mehr verwendet. Es ist durch das Länderkennzeichen
D
ersetzt.
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