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GROßES WöRTERBUCH DER DEUTSCHEN SPRACHE
Falsett:
Aus dem lateinischen Wort
falsus
für „falsch“ (zu
fallere
„täuschen“) wurde im Italienischen
falso
mit der gleichbedeutenden Verkleinerungsform
falsetto
.
Beim Gesang wird durch das
Falsett
(„Fistelstimme“) mit der Männerstimme eine Frauenstimme vorgetäuscht. Dabei werden statt der Brustresonanz die Resonanzhöhlen des Kopfes genutzt. Das vor allem für Koloraturgesang wichtige
Falsett
spielte eine besondere Rolle im Kunstgesang des 15. und 16. Jahrhunderts und im Kirchengesang, als Frauen in Kirchenchören nicht zugelassen waren. In der europäischen Musik des 17. und 18. Jahrhunderts wurden Sopran oder AltStimmen oft von Kastraten gesungen. Für heutige Aufführungen alter Musik, in denen Männerrollen in Sopran oder Altlage gefordert sind, behilft man sich mit Frauen oder Countertenören. Das Falsett ist allerdings nicht auf die klassische Musik beschränkt: Die Popgruppe „Bee Gees“ sang ebenfalls auf diese Weise. Der ständige Wechsel zwischen normaler Stimme und der um eine Oktave erhöhten Falsettstimme ist schließlich auch charakteristisch für das Jodeln.
Veraltet ist eine andere Bedeutung von
Falsett
, nämlich als Bezeichnung für einen zusammenklappbaren Faltstuhl.
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