Großes Wörterbuch der deutschen Sprache
sitzen
sịt|zen I.
〈o. Obj.〉
1.
(auf einer Unterlage) auf dem Gesäß und (meist auch) auf der Unterseite der Oberschenkel ruhen (und die Füße auf den Boden oder auf die Unterlage stützen);
auf einem Stuhl, auf dem Boden s.; im Bett s.; s. bleiben
nicht aufstehen;
〈aber〉
s. bleiben
→ sitzenbleiben;
eine ältere Person in der S–Bahn s. lassen;
〈aber〉
s. lassen
→ sitzenlassen;
gerade s.; aufrecht s.; krumm s.; sitzt du gut?; auf etwas s.
〈übertr., ugs.〉
etwas nicht hergeben;
er sitzt auf seinem Geld; eine ~de Tätigkeit haben
eine Tätigkeit haben, die man sitzend verrichten muss
2.
〈von Vögeln〉
stehen;
der Vogel sitzt auf einem Zweig; die Hühner s. auf der Stange
3.
sich befinden, (an einem Ort, einer Stelle) sein;
beim Friseur s.; im Wirtshaus s.; über den Büchern s.
lesen und (geistig) arbeiten;
an einer Arbeit s.
gerade an etwas arbeiten;
die Mütze sitzt ihm keck über einem Ohr
4.
im Gefängnis sein;
er hat drei Jahre gesessen
er hat eine dreijährige Haftstrafe verbüßt
5.
〈ugs., scherzh.〉
eine Sitzung haben;
der Herr Professor und die Assistenten s. immer noch
6.
einen Sitzplatz haben;
hinter, neben, vor jmdm. s.; ich saß hinter einer Säule und konnte nichts sehen
7.
Mitglied von etwas sein;
er sitzt mit im Vorstand
8.
passen;
der Anzug sitzt gut, sitzt nicht
9.
treffen;
der Hieb hat gesessen; das saß!
das war eine treffende Anspielung
10.
im Gedächtnis eingeprägt sein;
die Vokabeln s. jetzt, s. noch nicht
11.
〈ugs.; nur in der Wendung〉
einen s. haben
einen leichten Rausch haben
II.
〈mit Dat.〉
einem Maler s.
sich von einem Maler malen lassen
Wissenschaft
Auch die Gegenseite profitiert
Wie man die Muskeln in einem verletzten Arm stärken kann, indem man den gesunden trainiert, erklärt Dr. med. Jürgen Brater. Wer schon einmal – vielleicht nach einem Unfall und dessen anschließender Behandlung – längere Zeit einen Arm oder ein Bein nicht belasten durfte, weiß, wie schnell sich dort die Muskeln abbauen: Das Gehen...
Wissenschaft
Ein Hügel für Attila?
Um den 30 Meter hohen Schlossberg von Udine ranken sich Legenden. Natürlich entstanden oder von Menschen gemacht, das war die Frage. Bis vor Kurzem. von KLAUS-DIETER LINSMEIER Als Attila im Jahr 452 den Norden Italiens heimsuchte, ließ er die Stadt Aquileia niederbrennen. Damit der als „Geißel Gottes“ gefürchtete Hunnenkönig den...