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Wie Karl Landsteiner die Blutgruppen entdeckte

Mit der Entdeckung der Blutgruppen hat der Serologe Karl Landsteiner die Medizin revolutioniert: Seine Forschung machte erstmals sichere Bluttransfusionen möglich und hat bis heute vielen Menschen das Leben gerettet. Anlässlich Landsteiners Geburtstags findet jedes Jahr am 14. Juni der Weltblutspendetag statt.

Karl Landsteiner (1868-1943), Entdecker des AB0-Systems der Blutgruppen
Karl Landsteiner (1868-1943), österreichisch-US-amerikanischer Pathologe und Serologe

Der Entdecker des AB0-Systems der Blutgruppen zierte vor der Euro-Umstellung den österreichischen 1000-Schilling-Schein.

Schon über 200 Jahre bevor der Wiener Arzt Karl Landsteiner die Blutgruppen entdeckte, versuchten sich Mediziner an der Übertragung von Blut. Das Gelingen einer Transfusion war damals jedoch reine Glückssache. Als Erster erfolgreich war dabei der Brite Richard Lower. Er übertrug im Jahr 1666 Blut an zwei Hunden. Nur ein Jahr später gelang zwei französischen Ärzten erstmals eine Bluttransfusion am Menschen. Der Spender war ein Schaf. Von nun an wurde Blut auch von Mensch zu Mensch übertragen, doch häufig endete die Behandlung für den Empfänger ohne ersichtlichen Grund tödlich. Denn noch wusste niemand, dass sich nicht jedes Blut eines Menschen mit dem eines anderen verträgt.

Das Rätsel um die unerklärlichen Todesfälle löste schließlich Karl Landsteiner. Zusammen mit seinen Mitarbeitern erkannte er im gerade angebrochenen 20. Jahrhundert die Existenz der vier verschiedenen Blutgruppen A, B, 0 und AB und legte damit den Grundstein für die moderne Transfusionsmedizin.

Verklumpte Blutmischungen

Landsteiner war am serologisch-pathologischen Institut der Universiät Wien tätig, als er im Jahr 1900 bemerkte, dass das Blut zweier Menschen bei Kontakt manchmal verklumpte und manchmal nicht. Er begann, dieses Phänomen systematisch zu untersuchen: Dafür nahm er Blutproben verschiedener Personen und trennte Blutkörperchen und Serum, also den flüssigen Teil des Blutes, durch zentrifugieren. Dann vermischte er die Blutkörperchen einer Probe mit dem Serum einer anderen. Erneut stellte er fest: Mit dem Serum mancher Menschen verklumpten die Blutkörperchen, mit dem von anderen nicht. Das Blutserum besaß also nicht bei allen Menschen die gleichen Eigenschaften.

Nachdem Landsteiner alle möglichen Kombinationen mit dem Blut von 22 Probanden ausprobiert hatte, kam er zu dem Schluss, dass es drei verschiedene Merkmale geben musste. Zuvor hatte er noch überprüft, ob es sich bei seinen Beobachtungen eventuell um normale Blutgerinnung handelte. Das konnte er jedoch ausschließen, indem er den Versuch mit dem Blut von Hämophilie-Patienten wiederholte, bei denen das Blut nicht oder nur sehr langsam gerinnt. Er unterschied im Jahr 1901 schließlich die Blutgruppen A, B und C. Letztere wurde später in 0 umbenannt. 1902 entdeckten Landsteiners Mitarbeiter dann die vierte Gruppe AB.

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