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Zahngesundheit im Fokus: Pflege und Ernährung gleichermaßen wichtig

Oft heißt es, wer seine Zähne regelmäßig putzt, muss sich wegen Karies keine Sorgen machen. In Wirklichkeit aber ist gute Zahnpflege nur ein Bestandteil sinnvoller Prävention. Erst wenn Zahnpflege und Ernährung die Bedürfnisse der Zähne erfüllen, ist solider Schutz möglich. Schon bei Kindern sollte sich daher ein Bewusstsein für beide Bereiche entwickeln. Sonst nämlich drohen trotz Zahnbürste und Co. schmerzhafte Löcher.

Zähneputzen scheint dabei eigentlich ganz einfach – es ist Routine und lässt schon fast im Schlaf durchführen. Kinder davon zu überzeugen ist hingegen schwieriger – hier muss das Equipment ihren Vorstellungen entsprechen und es so einfach wie möglich halten. Auch Erwachsene sollten sich damit auseinandersetzen, welche die richtige Zahnbürste für sie ist. Elektrische Zahnbürsten sind hier für beide eine sinnvolle Alternative, da sie durch eigenständiges Rotieren oder Vibrieren für Sauberkeit sorgen. Wer empfindliches Zahnfleisch hat, sollte zu Modellen greifen, die etwas schonender reinigen. Schallzahnbürsten sind eine gute Alternative zu konventionellen elektrischen Geräten. Es lohnt sich, vorab Tests zu Schallzahnbürsten zu lesen, um ein Modell zu finden, das den eigenen Bedürfnissen und Ansprüchen gerecht wird.

Zahnpflege: Regelmäßig und richtig

Im Thema Zahngesundheit hat sich bereits viel getan. Das beweist eine Studie, die den Befall mit Karies bei Kindern im Verlauf der Zeit näher beleuchtet. So waren im Jahr 1997 gerade einmal 41,8 Prozent der untersuchten Kinder kariesfrei. 2005 lag dieser Wert bei deutlich höheren 70,1 Prozent. Vor allem das bessere Wissen um richtige Zahnpflege kann hier als ausschlaggebend betrachtet werden. Mit Zahnputz-Lehrern, die schon in Kindergärten zu Besuch kommen und die Kleinsten über richtiges Putzen aufklären, bis hin zum Einfärben der Zähne mit anschließenden Erläuterungen beim behandelnden Zahnarzt gibt es inzwischen einige Hilfe, die Eltern kostenfrei in Anspruch nehmen können.

Zähneputzende Kinder
Kauflächen, Außenflächen und Innenflächen: Die KAI-Methode ist gut für Kinderzähne.

Die für Kinderzähne häufig empfohlene Zahnputztechnik ist die KAI-Methode, die bei kindergesundheit-info.de genauer erklärt wird. KAI steht für:

  • Kauflächen
  • Außenflächen
  • Innenflächen

und soll Kindern so das Putzen erleichtern. Die Buchstaben werden während des Zähneputzens nacheinander „abgearbeitet“, sodass am Schluss alle Zähne von oben, innen und außen gereinigt wurden. Für Jugendliche und Erwachsene hingegen empfehlen Zahnärzte die KAI-Methode inzwischen nicht mehr. Sie sollte durch die sogenannte BASS-Methode ersetzt werden. Bei der BASS-Methode wird die Zahnbürste in einem Winkel von 45 Grad am Zahn angesetzt und dann mit schnellen Rüttelbewegungen geführt.

Was einfach klingt, erweist sich in der Praxis jedoch häufig als kompliziert. Vor allem die Tatsache, dass Links- oder Rechtshänder jeweils eine Kieferhälfte weniger gut putzen können als die andere, kann Karies begünstigen. Bei Kindern, deren motorische Fähigkeiten sich erst noch entwickeln müssen, fällt dieser Effekt noch stärker aus – deswegen auch hier die Empfehlung für eine elektrische Alternative.

Das Putzen der Zähne alleine reicht jedoch nicht aus, um auch Zwischenräume und schwer erreichbare Stellen gründlich von Belag zu befreien. Zu guter Zahnhygiene gehört daher in jedem Fall auch Zahnseide, die in enge Zahnzwischenräume eindringt und dort festsitzenden Schmutz löst.Das ist besonders wichtig für den Schutz vor Karies, denn gerade zwischen den Zähnen haben Bakterien ohne gründliches Reinigen freie Hand.

Auch Ernährung spielt eine wichtige Rolle

Zähneputzen, am besten morgens und Abends mit einer flouridhaltigen Zahncreme, ist nur die halbe Miete auf dem Weg zu dauerhaft gesunden Zähnen. Die Ernährung nämlich beeinflusst die Zahngesundheit ebenso negativ oder positiv wie die täglichen Gewohnheiten rund um die Zahnpflege. Das berichtet auch die Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen und gibt konkrete Tipps zum Thema.

Angesprochen wird hier auch die Bedeutung von Flouriden, die sich nicht nur in der Zahncreme, sondern auch in der Ernährung finden sollten. Flouride nämlich erfüllen viele wichtige Aufgaben. Sie verbessern die Remineralisierung der Zähne, beugen einer Entmineralisierung vor und haben antibakterielle Eigenschaften. Flouride in die tägliche Ernährung zu integrieren, ist indes recht einfach. Es genügt schon, ein Speisesalz mit Flourid-Zusatz zu verwenden. Beim Nachwürzen und Abschmecken gelangt so stets auch eine gewisse Menge Flourid in die Mahlzeit. Hinsichtlich empfohlener Mengen für Kinder und Erwachsene lohnt sich ein kurzes Beratungsgespräch mit dem behandelnden Zahnarzt.

Speiseeis
Auch wenn es schmeckt: Süßes schadet den Zähnen.

Nicht auf einem zahngesunden Speiseplan stehen darf zu viel Süßes. Zucker ist die Lieblingsspeise von Bakterien und ernähren sich diese von ihm, bildet sich Milchsäure. Diese Säure verändert den pH-Wert innerhalb der Mundhöhle und kann wichtige Mineralien aus den Zähnen lösen und den Zahnschmelz schwächen. So haben Karies-Bakterien leichteres Spiel und durchdringen den Zahnschmelz sehr viel schneller.

Gut für die Zähne hingegen ist alles, was ohnehin als gesund gilt. Vollkornprodukte, frisches Gemüse und Obst mit geringem Zuckergehalt sind optimal, um Zähnen zu geben, was sie brauchen. Auch Mineralwasser mit hohem Calciumgehalt am etwa 300 Milligramm pro Liter unterstützt einen ausgewogenen Mineralhaushalt und somit den Erhalt gesunder Zahnsubstanz. Zur Orientierung kann hier auch der Ernährungskreis der Deutschen Gesellschaft für Ernährung herangezogen werden.

Natürlich ist es nicht möglich, im Leben gänzlich auf Zucker zu verzichten. Manchmal schmeckt Süßes einfach zu gut und selbst in gesundem und vitaminreichem Obst steckt Fruchtzucker. Sich im Zeichen der Zahngesundheit künftig jede kleine Nascherei zu verkneifen, muss also nicht sein. Wer gerne zwischendurch etwas Süßes isst, achtet am besten auf die jeweilige Tageszeit. Je früher die Mundhöhle nach dem morgendlichen Zähneputzen mit Zucker in Berührung kommt, desto mehr Zeit bleibt für die Bildung von Säuren. Es ist daher durchaus sinnvoll, erst gegen Nachmittag oder Abend zu naschen, denn das verkürzt diese Phase deutlich.

Auf die Kombination kommt es an

Die Frage, ob nun Zahnpflege oder Ernährung wichtiger für die Zahngesundheit ist, gibt es nur eine Antwort: Beides macht etwa fünfzig Prozent des gewünschten Erfolges aus. Wer einen Aspekt vernachlässigt, wird früher oder später einen Termin zum Bohren vereinbaren müssen. Bei guter Zahnsubstanz können hier zwar Jahre vergehen, das Ergebnis aber ist stets das gleiche. Und mit Zahnschmerzen verhält es sich ganz ähnlich wie mit Rückenschmerzen. Sind sie einmal da, ist der Ärger über Nachlässigkeit in der Vergangenheit groß.

Lächeln
Pflege und Ernährung: Das A und O für ein schönes Lächeln.

Um die eigene Zahngesundheit so gut wie möglich unterstützen und erhalten zu können, braucht es sowohl im Badezimmer als auch in der Küche einen guten Plan. Ausgewogene Ernährung mit möglichst wenigen Süßigkeiten, der Verzicht auf gezuckerte Softdrinks oder Säfte und regelmäßiges Putzen sowie Pflegen der Zahnzwischenräume mit Zahnseide haben keinerlei negative Auswirkungen auf die Lebensqualität, jedoch großen Effekt im Hinblick auf dauerhaft gesunde und schöne Zähne.

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