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Hörst du noch oder hörst du schon zu?

Vom Hören und Zuhören in einer lauten Welt

Hören und Zuhören sind nicht dasselbe. Jeden Tag hören wir ein ganzes Konzert unterschiedlicher Geräusche. Je nachdem, wo wir uns gerade befinden, wird unser Trommelfell mit dem Rauschen des Verkehrs, dem Plingen der neu eingetroffenen E-Mail, dem Baulärm vom Haus gegenüber oder den Ergüssen öffentlicher Lautsprecher beschallt – nicht zu vergessen die Allgegenwart der Klingeltöne in sämtlichen Aggregatzuständen. Aber zuhören tun wir solchem Alltagskonzert in der Regel nicht. Was kann uns ein Lüftungsschacht schon erzählen?

Kurze Pause!

Musik kann eine Quelle tiefer Entspannung sein.

Johannes Goebel, der ehemalige Leiter des Instituts für Musik und Akustik am Karlsruher Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM), erklärt den Unterschied zwischen Hören und Zuhören so: „Hören beruht auf Mustern, es verändert im Nachhinein nicht mehr das Gehörte. Zuhören schafft Muster. Es verändert im Nachhinein das Gehörte.“ Und schließlich: „Hören bezieht sich aufs Gleiche, Zuhören aufs Andere.“

Wenn wir also zum Beispiel aus der Geräuschkulisse eines Cafés das Zerbrechen eines herunterfallenden Tellers heraushören, dann ziehen wir zwar aus dem Gehörten (Klirren) den richtigen Schluss (Porzellan zerbricht), weil wir eben irgendwann gelernt haben, dass sich zerbrechendes Porzellan so und nicht anders anhört. Diese Schlussfolgerung wirkt aber nicht verändernd auf das Gehörte zurück: Ich habe das Geräusch als zerbrechenden Teller identifiziert – und das reicht mir. Mehr ist zum Verständnis der Situation nicht nötig.

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von Ariane Greiner
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