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Schneeballsysteme

aus der wissen.de Redaktion / Quelle: Der Brockhaus Wirtschaft

Der Begriff „Schneeballsysteme“ (oder auch „Pyramidensysteme“) steht für ein spezielles Vertriebssystem, bei dem der Käufer eine Ware vergünstigt oder sogar kostenlos beziehen kann, wenn er dem Verkäufer weitere Abnehmer zuführt, die unter den gleichen Bedingungen beliefert werden. Schneeballsysteme gehören somit zur progressiven Kundenwerbung.

Verkäufe nach dem Schneeballsystem gelten als unlauterer Wettbewerb und sind demnach verboten. Die Wettbewerbswidrigkeit resultiert aus dem Prinzip, dass ein Kaufentschluss nicht wegen der Beschaffenheit der Ware getroffen wird, sondern aufgrund der vagen Aussicht, sie günstig zu erwerben, bzw. durch die Weitervermittlung Geld zu verdienen.

Die Teilnehmer geben Geld an den jeweiligen Anwerber und werben dann ihrerseits neue Teilnehmer an, um somit selbst Geld zu verdienen.

Ein Beispiel: An der Spitze steht eine einzelne Person. Unter dieser Person setzt sich die Pyramide mit zehn Menschen fort. Stellt das System die Bedingung, jeder Teilnehmer müsse zehn weitere ins Boot holen, wären es somit auf der nächsten Ebene hundert Teilnehmer, dann tausend usw. In insgesamt zehn Schichten hätte das System mehr als die gesamte Erdbevölkerung erfasst.

Zum Einstieg ist jeder neue Teilnehmer dazu aufgefordert, seinem Anwerber einen Geldbetrag zu zahlen. Damit niemand einen finanziellen Verlust erleidet, müsste sich das Anwerben unendlich fortsetzen – und das ist utopisch.

Menschen anzuwerben ist nicht verboten. Auch das Verschenken von Produkten oder von Geld ist nicht verboten – aber das Täuschen von Menschen, um an ihr Geld zu gelangen schon!

 

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