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Kinderarbeit - Luxus aus kleinen Händen

Ob als Feldarbeiter, Kinderprostituierte oder Drogenschmuggler – nach Angaben von Unicef wird jedes sechste Kind weltweit als billige oder kostenlose Arbeitskraft ausgebeutet. Viele Organisationen setzen sich dagegen ein. Noch wichtiger wäre es, beim Einkaufen daran zu denken.

Um elf Uhr morgens ist für Anna gerade die große Pause vorbei. Während sie ihrer Lehrerin zuhört, die an der Tafel Rechenübungen erklärt, schlägt sich Ayesha versehentlich mit einem Hammer auf die Hand. Ungewöhnlich ist das für sie nicht. Die 12-Jährige zerklopft Tag für Tag im Akkord Steine zu Baumaterial. Wie fast sieben Millionen andere Kinder in Bangladesh muss sie arbeiten und kann nicht zur Schule gehen. Mit dem Vergleich solch unterschiedlicher Lebensrealitäten prangert das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, Unicef, in einer Broschüre "Kinderarbeit" an.

 

Kinderarbeit in Indien

Vier Mädchen tragen Körbe mit Dünger auf ihren Köpfen in Sonepur im ostindischen Bundesstaat Bihar am 28.11.2007.

In Tschad und Äthiopien sind mehr als die Hälfte der Kinder betroffen

Nicht immer, wenn Kinder und Jugendliche arbeiten, gilt das als "Kinderarbeit". Ein bisschen im Familienrestaurant mitzuhelfen oder am Wochenende Zeitungen auszutragen, kann Jugendlichen sogar wichtige Fähigkeiten vermitteln. Laut der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen gelten Tätigkeiten von unter 18-Jährigen dann als "Kinderarbeit", wenn sie ihnen schaden oder sie am Schulbesuch hindern.

Am 12. Juni ist der Internationale Tag gegen Kinderarbeit. Er soll daran erinnern, dass weltweit jedes sechste Kind arbeitet - nach Angaben von Unicef etwa 150 Millionen Kinder zwischen fünf und 14 Jahren. Dazu zählen neben Kindern, die in Fabriken und in der Landwirtschaft arbeiten, auch Kindersoldaten und Kinder, die als Zwangsprostituierte oder für den Drogenschmuggel ausgebeutet werden. Die meisten arbeitenden Kinder leben nach Angaben von Unicef in afrikanischen Ländern südlich der Sahara. Dort ist über ein Drittel aller 5- bis 14-jährigen Mädchen und Jungen betroffen, in Tschad und Äthiopien sogar mehr als die Hälfte der Kinder. Auch in Asien und Südamerika arbeitet mehr als jedes zehnte Kind in dieser Altersgruppe. Besonders hoch ist der Anteil in Kambodscha, wo 45 Prozent der Kinder arbeiten, in Indonesien dagegen "nur" vier Prozent. Selbst in Industrieländern wie den USA oder Japan gibt es arbeitende Kinder.

 

Junger Arbeiter in einer indischen Textilfabrik

Junger Arbeiter in einer Textilfabrik in Old Delhi, Delhi, Indien am 26.02.2008.

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Karin Schädler
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