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Männer und Frauen: Ein seltsames Paar

Männer sind anders - Frauen auch. Kein Wunder, dass Missverständnisse zwischen beiden Geschlechtern vorprogrammiert sind. Doch was macht den kleinen, feinen Unterschied eigentlich aus? Manch einer macht unser Planetensystem für die Kommunikationsprobleme verantwortlich: Die einen kommen halt vom Mars, die anderen von der Venus. Andere Forscher verweisen auf genetisches Erbe und die Beschaffenheit der Gehirne. Schwierige Sache ...

Letztendlich sind wohl biologisches Erbe und Sozialisation für die Verständigungsprobleme zwischen Mann und Frau verantwortlich. "Jungs weinen nicht": Kinder werden von Eltern, Lehrern, Geschwistern und Gleichaltrigen in geschlechtsspezifische Rollen hinein gestoßen. Diese Sozialisation geht ein Leben lang weiter: Welcher Mann möchte sich vor seinen Freunden schon als warmduschender Romantiker outen? Andere Wissenschaftler gehen weiter zurück und sehen Geschlechterrollen bereits in den Genen angelegt.

Und ewig währt das Schweigen

Einer der auffälligsten Unterschiede besteht in Punkto Kommunikation. Männer sind keine Meister großer Worte. Das bewies zuletzt noch einmal die britische Soziologin Dianne Hales, als sie das Sprachverhalten von Männern und Frauen untersuchte. Die holde Weiblichkeit bringt es demnach im Durchschnitt auf 23.000 Worte am Tag, das starke Geschlecht gerade mal auf die Hälfte. Neurologen fanden heraus, dass das Sprachzentrum bei Männern und Frauen in unterschiedlichen Bereichen des Gehirns liegt. Bei Frauen ist es nicht nur größer, sondern auch auf beide Gehirnhälften verteilt.

Männer sprechen also eher selten und sie hören auch nur bedingt zu. Warum das so ist, erklären Allan und Barbara Pease in ihrem Buch "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken". Abends halb sieben in Deutschland: Er kommt müde und ausgelaugt von der Arbeit, setzt sich vor den Fernseher, zappt sich mit teilnahmslosen Gesicht durch die Kanäle und kommentiert jeden weiblichen Kommunikationsversuch mit einem undefinierbaren Grunzen. Er interessiert sich scheinbar nicht die Bohne für seine Partnerin. Schuld daran ist sein Gehirn, so die Autoren. Während er die Eindrücke des Tages mit seiner rechten Gehirnhälfte verarbeitet, stellt seine linke Hemisphäre vorübergehend ihren Betrieb ein. Leider sitzt hier auch sein Sprachzentrum. Da hilft nur abwarten, bis der Schalter wieder auf "on" klickt - und in der Zwischenzeit besser keine wichtigen Dinge besprechen. Davon wird er eine Stunde später schon nichts mehr wissen.

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Claudia Haese
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