Wahrig Herkunftswörterbuch
gordischer Knoten
Die in vielen europäischen Sprachen existierende Redewendung den gordischen Knoten durchhauen „ein schwerwiegendes Problem elegant und schnell lösen“ bezieht sich auf die Tatkraft und den Verstand Alexanders des Großen. In der phrygischen Stadt Gordion (die etwa 70 Kilometer südwestlich des heutigen Ankara in der Türkei lag) war am Streitwagen des Königs Gordios ein überaus kompliziert gewundener Knoten angebracht, den vor Alexander niemand hatte entwirren können. Nach dem Orakel sollte der, dem dieses Kunststück gelänge, Herrscher über Asien werden. Als er 334 oder 333 vor Christus dem Knoten in Gordion gegenübertrat, sah Alexander der Legende nach, dass es keine andere Möglichkeit gäbe, als ihn zu durchhauen, was er mit dem Schwert sogleich getan habe. Eine andere Überlieferung rühmt eher Alexanders Verstand: Er habe den Pflock herausgezogen, an dem der Knoten befestigt war, worauf dieser in sich zusammengefallen sei. Alexander trat daraufhin tatsächlich seinen Siegeszug durch Asien an, der ihn bis nach Indien führte.
Wissenschaft
Überraschende Nahrung eines Urvogels
Er erinnert an einen Eisvogel – doch entgegen der bisherigen Annahme fraß der kleine Longipteryx vor 120 Millionen Jahren keine Fische oder Insekten, sondern Früchte. Dies geht aus zwei Fossilien des Urvogels hervor, bei denen sich Samenkörner im Magen erhalten haben. Möglicherweise war die Entwicklung seines ungewöhnlich langen...
Wissenschaft
Nicht im Gleichgewicht
Es kommt selten vor, dass in aktuellen wissenschaftlichen Publikationen Arbeiten erwähnt werden, die älter als ein paar Jahre sind. Neulich berichtete die Fachzeitschrift Nature über die Prozesse, die in Wolken ablaufen müssen, damit genug Eispartikel gebildet werden, um es regnen zu lassen. Das Thema ist sicher nicht neu, und so...