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Im Jahr 5 nach der Übergabe: Wie steht Hongkong heute da?

Als eines der einschneidendsten Ereignisse des 20. Jahrhunderts in Asien bezeichneten Politikwissenschaftler und Ökonomen den 30. Juni 1997, als Großbritannien seine auf 99 Jahre gepachtete Kronkolonie an die Volksrepublik China zurückgab. Wenn Ende Juni in Hongkong der fünfte Jahrestag der Übernahme der ehemaligen britischen Kronkolonie gefeiert wird, kann auch das von Peking inszenierte aufwändige Festival nicht über die wirtschaftlichen Schwierigkeiten hinwegtäuschen, mit denen der einst hochkarätige Finanzplatz heute konfrontiert ist: Hongkongs Wirtschaftswachstum erlebte Anfang 2001 einen dramatischen Einbruch. Nachbar Singapur hat Hongkong mittlerweile den Rang des besten Handelsstandorts Asiens abgelaufen. Wo liegen die Gründe dafür, wie steht Hongkong heute da, im Jahr 5 nach der Übernahme durch Peking?

1997: Union Jack wird eingerollt

Das Ende einer Ära: Polizeibeamte holen am 28.6.1997 die britische Flagge in Hongkong ein.
dpa

Weltweit maßen die Medien der Übergabe der damaligen 6,2 Millionen-Metropole eine immense Bedeutung zu: “Der Triumph des Drachen, “Die unheimliche Magie der letzten Stunde, “Um Mitternacht die Diktatur? mit diesen Schlagzeiten wurde das historische Ereignis kommentiert. Das Einholen des Union Jack besiegelte symbolisch das Ende des Empires, das unter Königin Victoria Anfang des 20. Jahrhunderts seine größte Ausdehnung erlebt hatte. Die Zukunft Hongkongs wurde hingegen in düsteren Farben gemalt.

Allerdings hatten die Briten Peking als Voraussetzung für ihren Abzug wichtige Zusagen abgetrotzt. Diese umfassten eine weit reichende Autonomie in der Form einer Sonderverwaltungszone mit eigener Regionalregierung, die Zulassung der freien Marktwirtschaft sowie die 50-jährige Unantastbarkeit des bestehenden liberalen Gesellschafts- und Rechtssystems. Dennoch: Die Aufgabe des finanzkräftigen “Manhattans Südostasiens fiel den Briten verständlicherweise schwer. Als “größte Mitgift seit Kleopatra bezeichnete der scheidende Gouverneur Chris Patten, heute EU-Kommissar für Auswärtige Politik, die Aufgabe des wirtschaftlich florierenden Kapitalplatzes, der damals über 69 Milliarden Dollar Devisenreserven gehortet hatte.

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