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Astronaut/in werden

Völlig losgelöst von der Erde, schwerelos schwebend – den blauen Planeten von weit oben zu betrachten, ist für fast jeden ein Traum. Der erste Tourist im All, Dennis Tito, hat sich diesen Traum 20 Millionen Dollar kosten lassen. Wer das nötige Kleingeld gerade nicht zur Hand hat, dem bleibt nur eine Chance: sich als Astronaut zu bewerben.
BW Bildung und Wissen Verlag, Nürnberg 2002

Der Traum vom Flug ins All

Natürlich braucht man großes Glück, um vielleicht eines Tages die unendlichen Weiten des Weltraums erforschen zu dürfen. Denn mit diesem Traum steht man wirklich nicht alleine da. Für das letzte Astronauten-Auswahlprogramm der European Space Agency meldeten sich nicht weniger als 23 000 Bewerber. Nach Auskunft der ESA verfügten 5000 der Bewerber über hervorragende Fähigkeiten. Letztlich schafften es gerade sechs Bewerber, angenommen zu werden.

Die bemannte Raumfahrt ist eben eher die Ausnahme: Im Moment zählt das European Astronaut Corps 16 Mitglieder. Bisher haben sich 27 Astronauten an den 31 Raumflügen der ESA beteiligt. Bis Anfang April 2001 waren es weltweit nur 402 Personen, denen es vergönnt war, zum Mond oder ins All geschossen zu werden. Wer wirklichen Biss zeigt, hervorragende Qualifikationen mitbringt und extremen körperlichen und psychischen Belastungen gewachsen ist, hat durchaus Chancen. Diese sind aber nicht allzu groß, wie dem Verhältnis der Bewerberzahl zur Zahl der glücklich Auserwählten abzulesen ist.

Selbst wenn man es geschafft hat, kann es passieren, dass man niemals seinen Traum verwirklichen darf. “Zur Astronautenausbildung aufgenommen worden zu sein, bedeutet noch keine Garantie wirklich eines Tages abzuheben. Euro-Astros müssen auf jeden Fall die Geduld besitzen, Wartezeiten und Frustrationen zu ertragen, bis es endlich soweit ist, verrät Reinhold Ewald, Physiker und prominenter deutscher Astronaut der ESA, der 1997 an einer deutsch-russischen Mission zur Raumstation “Mir teilnehmen durfte.

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