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Browsergames im Jahr 2015

Intuitiver und einfacher

Die Art und Weise, wie Menschen ihre Freizeit vor dem Computer verbringen, hat sich stark gewandelt. Im Trend liegen Online-Applikationen für viele Alltagsbereiche, aber auch Spiele erreichen heutzutage ohne eine Online-Verknüpfung keine große Reichweite mehr. Spielen heißt, digital vernetzt und Teil einer sich stetig verändernden, dynamischen Welt zu sein.
 
In diesem Jahr liegt der Fokus vor allem auf den auf HTML5 basierenden Neuentwicklungen. Anders als seine Vorgänger, bietet dieser Standard eine Reihe dynamischer Funktionalitäten. JavaScript-Applikationen und Videosequenzen sind nur zwei der wichtigsten Funktionen, die Browsergames viel authentischer machen. Auch parallele Prozesse, für die bis dato meist auf Flash zurückgegriffen werden musste, können im Dokument selbst realisiert werden. Dadurch wird es immer mehr Benutzern möglich sein, ohne besondere technische Voraussetzungen oder Installationen in das Spiel einzusteigen.
 
Diese Themen stehen 2015 im Fokus:
 
1. WebGL als Basis für 3D-Browsergames
WebGL ist die Abkürzung für Web Graphics Library und praktisch eines der wichtigsten Elemente neuerer Browsergames. Diese 3D-Grafikschnittstelle erlaubt es den Spieleentwicklern, ohne besondere Lizenzbestimmungen zu beachten, höchst dynamische Spiele zu realisieren. Anders als früher bei Standards wie Virtual Reality Modeling Language oder Java3D, ist dieses System in den Browser aller wichtigen Publisher integriert.
 
Die wesentlichen Unterschiede zwischen WebGL und Canvas, den wichtigsten Grafik-API’s sind:
 
WebGLCanvas
Sehr komplexer Standard, nutzbar auch für 2D-SpieleEinfach und schnell realisierbar, gerade bei stark objektbezogenen Spielen
Flexible und dynamische Bildwechsel sind darstellbarFließende Übergänge nur schwer darstellbar
Hohe Kompatibilität mit gängigen BrowsertypenMausklicks können nicht nativ in das Koordinatensystem des Spiels eingepflegt werden

Sowohl Google als auch Apple oder Mozilla sind mit dabei. Als eines der wichtigsten Browsergames mit diesem Standard gilt Quake 2, der Klassiker von id Software. Die Engine hierfür wurde freigegeben, von Tüftlern auf HTML5 portiert und ist jetzt ohne besondere Voraussetzungen im Browser spielbar. Die Browservarianten von Safari und Chrome unterstützen sämtliche HTML5-Befehle. In der Szene wird bereits spekuliert, wann die nächsten Neuauflagen beliebter Klassiker folgen. Der große Erfolg des neuen Quake 2 hat jedenfalls gezeigt, wie auch alte Spielmodelle in das digitale Zeitalter transportiert werden können.
 
2. Flash-basierte Spiele im Corporate-Gewand
Als Ende der 1990er die ersten Spiele auf Basis von Adobe Flash 4 veröffentlicht wurden, erfreute sich dieses Genre einer stetig wachsenden Fangemeinde. Bekannt sind und waren sie vor allem als leicht steuerbare und überschaubare Games für den Zeitvertreib zwischendurch. Bereits im letzten Jahr setzten einige Unternehmen vermehrt auf dieses Prinzip, um Produkte einzuführen oder das Unternehmen anderweitig zu präsentieren. Man fokussiert sich hier klar auf die Defend Games, bei denen es immer nach dem klassischen Konzept von „Gut oder Böse“ geht. Soziale Netzwerke spielen eine immer größer werdende Rolle, Spiele werden darüber viral vertrieben und sehr positiv von Seiten der Nutzer aufgenommen. Aber nicht nur die Nutzung solcher Spiele im Design eines Unternehmens nimmt zu, sondern auch die Portierung auf andere Formate. Das von den XGen Studios bereits 2003 entwickelte Defend your Castle wurde beispielsweise bereits als WiiWare-Version auf anderen Plattformen erprobt. 
 
3. MS-DOS-Spiele der neuen Generation
Browsergames

Alter Klassiker mit interessantem Gameplay.

Nicht wenige waren überrascht, als Archive.org vor geraumer Zeit angekündigt hat, über 2.400 alte MS-DOS-Spiele für das Netz aufzubereiten, wie Die Welt kürzlich berichtete. Beliebte Klassiker wie Prince of Persia, Wasteland oder Defender können kostenlos im Browser gespielt werden. Damit hat man es geschafft, auch die Zielgruppe der 30- bis 40-Jährigen wieder anzusprechen und dem Ganzen etwas von Nostalgie überzustülpen. Die schiere Menge an oftmals aufwendig und trickreich produzierten MS-DOS-Spielen zeigt die Kraft von Browsergames. Nicht umsonst berichten Seiten wie browsergames.de über die beliebtesten Spiele, News aus der Onlinegames Welt und bieten natürlich auch zahlreiche dieser Spiele an. Mit dem Fehlen einer einheitlichen Plattform oder Technik erreicht das Spieleerlebnis eine ganz neue Bedeutung. Anders als bei modernen Browsergames, sind hiermit vor allem vernachlässigte Genres wie Jump-‚n‘-Run-Games wieder das Zentrum des Geschehens. So etwas wie Frogger, das den Nachmittag vieler Jugendlicher in den 1990ern prägte, dürfte auch die jüngere Generation als Zeitvertreib interessieren. Allerdings fehlt in den meisten Fällen eine Anleitung, das Spiel muss also nach dem Learning-by-Doing-Prinzip erstmal ertastet werden. Dieser Trend zeichnet sich auch bei Neuentwicklungen ab, denn hier werden die Spieltechniken und Storys alter Klassiker wieder aufgerollt und in moderner Form realisiert.
 
4. Kostenlose Accounts und In-Game-Käufe
Die Vergangenheit hat bereits gezeigt, dass grundsätzlich kostenpflichtige Spiele eher weniger akzeptiert sind und keinen durchschlagenden Erfolg haben. Gründe hierfür sind nicht zuletzt die sich schnell verändernden Interessen und Änderungen des Spielprinzips. Dennoch gibt es mittlerweile einige Browsergames, hinter denen ein enormes Budget steht und deren Entwickler an anderen Stellen nach Einnahmemöglichkeiten suchen. Die sogenannten Micro-Käufe oder auch In-Game-Käufe sind das Mittel, um echtes Geld in die entsprechende Spielwährung zu tauschen oder bestimmte Items zu beschaffen. Der Spieler erhält hierdurch keine bedeutenden Vorteile, sondern viel eher einen zeitlichen Vorsprung gegenüber den Mitspielern. Kostenlose Basisversionen bleiben dennoch erhalten, nur wird es in immer mehr Spielen darum gehen, das richtige Verhältnis aus spielerischem Geschick und Zusatzkäufen zu finden. In den besonders aktiven Communities wird dieses Spielprinzip in zunehmendem Maße angenommen. In Zukunft werden die Spiele grafisch interessanter und aktionsbezogener, der Spieler muss wie im wahren Leben mit seiner Umgebung kommunizieren und kann nur im Team wirklich erfolgreich sein.
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