Daten der Weltgeschichte
29. 5. 1996
Israel
Weniger als 30 000 Stimmen geben bei der ersten direkten Wahl eines Ministerpräsidenten in Israel den Ausschlag für den Sieg von Benjamin Netanjahu, dem konservativen Führer des Likud-Blocks, über den kommissarischen Amtsinhaber Shimon Peres. Schwere Selbstmord-Terroranschläge der islamischen Untergrundorganisation Hamas (u. a. am 25. Februar in Jerusalem mit 27 Todesopfern) und eine unentschiedene Haltung von Peres in der zügigen Fortsetzung des Nahost-Friedensprozesses gaben den Ausschlag für seine Niederlage. Mit dem Ziel, den Palästinensern im Westjordanland und im Gazastreifen den Weg zum eigenen Staat zu blockieren, die jüdischen Siedlungen in den besetzten Gebieten zu erweitern und die Kontrolle über die Golan-Höhen zu behalten, verlässt Netanjahu den Verständigungskurs Yitzhak Rabins („Land gegen Frieden“). Seine Weigerung, die im erweiterten Autonomieabkommen mit den Palästinensern getroffenen Vereinbarungen (u. a. Abzug des Militärs aus Hebron) termingerecht zu erfüllen, führt zu einer Krise im Verhältnis zum Palästinensischen Autonomierat. Erst unter Vermittlung König Husseins II. Ibn Tala von Jordanien und der USA finden beide Parteien am 14. 1. 1997 einen Kompromiss.
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