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Der Feuerball von Ramstein

Die friedliche Demonstration fliegerischen Könnens von Militärpiloten auf einem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt endet am 28. August 1988 in unvorstellbarem Grauen.
aus der wissen.de-Redaktion, Quelle Chronik-Verlag

An einem sonnigen Spätsommertag tummeln sich rund 350 000 Menschen auf Einladung der amerikanischen Streitkräfte bei einem “Tag der offenen Tür“ auf dem Flugplatz der US-Luftwaffe im pfälzischen Ramstein. Zum Programm gehört auch eine Flugschau mit internationaler Beteiligung, zu deren Aufakt gegen 16 Uhr die italienische Kunstflugstaffel “Frecce Tricolori“ in die Luft steigt.

Doch die Darbietung der Italiener endet jäh in einem grauenvollen Desaster. Ein riskantes Manöver führt zum Zusammenstoß dreier Düsenjets. Einer von ihnen gerät in Brand und stürzt explodierend in die Zuschauermenge. In Sekundenschnelle breitet sich über den Unfallort ein Flammenmeer aus. 34 Menschen kommen unmittelbar bei der Explosion ums Leben. 345 Zuschauer erleiden zum Teil schwerste Verbrennungen, an deren Folgen viele noch auf dem Weg ins Krankenhaus sterben. Die Zahl der Todesopfer erhöht sich in den folgenden Wochen auf 70.

Schon im Vorfeld des Flugtages ist es zu heftigen Diskussionen über Sinn und Verantwortbarkeit derartiger Veranstaltungen gekommen. Einige der im Landtag tätigen politischen Parteien und Bürgerinitiativen haben vor dem hohen Sicherheitsrisiko und Umweltbelastungen gewarnt. Die evangelische Kirche der Pfalz hat aus pazifistischen Motiven sogar zum Boykott der Militärschau aufgerufen. Das Ausmaß der dann hereingebrochenen Katastrophe übertrifft die Befürchtungen der Gegner derartiger Flugschauen noch bei weitem...

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