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Ein Paradies in der Provinz

Mecklenburg-Vorpommern ist ein Land zum Durchatmen. Wer einmal auf einer entlegenen Landstraße anhält, der spürt die naturhafte Stille bis unter die Haut. Kraftvoll sind die Farben, aus denen eine mecklenburgische Sommerlandschaft komponiert ist. Leuchtend gelb zieht sich der Rapsfeld-Teppich bis zum Horizont, hineingebettet ist ein tiefrotes Backsteingehöft, umgeben von sattgrünen Bäumen. Über allem spannt sich ein strahlend blauer Himmel, meist dramatisch mit dicken Tupferwolken versehen. So reich das Land an natürlichen Schätzen ist, so reich ist es auch an kulturellen. Vor allem die Schlösser, Parks und Herrenhäuser, die sich hier so dicht aneinander reihen wie in keiner anderen Region unseres Kontinents, machen Mecklenburg-Vorpommern zu einem der attraktivsten Kulturreiseziele in Europa.

von Jörg Peter Urbach, wissen.de

Mecklenburg-Vorpommern ist also ein ideales Urlaubsland. Die Sommer sind meist trocken und heiß, die Winter mild. Vom einfachen Campingplatz direkt am Seeufer bis zum luxuriösen Schlosshotel steht dem Besucher ein breites Spektrum an Unterkünften zur Verfügung. Das Angebot für sportliche und vor allem für kulturelle Freizeitaktivitäten ist enorm. Ganz gleich, ob man Wandern, Radfahren, Segeln, Surfen, Museen, Theater, Parks, Schlösser und alte Herrenhäuser besuchen oder einfach nur faul am Strand liegen will - das Land bietet für jeden etwas.

 

Schlösser, Parks und Herrenhäuser

Mecklenburg-Vorpommern blickt insbesondere in seinen Anfängen auf eine kriegerische Geschichte zurück. Galt es im Mittelalter vor allem noch, die eigenen Besitztümer durch dicke Mauern, massive Türme und Wehrgänge zu sichern, sorgte die Reformation im 16. Jahrhundert zu einer folgenreichen Machtverschiebung: Die Fürsten lösten die Kirche als primären Machtfaktor ab. Aufgrund einer komplexen Erbfolge wurden die Fürstentümer Mecklenburg und Vorpommern bis Anfang des 18. Jahrhunderts immer wieder aufs neue aufgespalten. Jeder der zahlreichen Herrscher legte großen Wert auf die Inszenierung ihrer Macht durch einen eigenen Herrschaftssitz. Wo (finanziell) möglich, kam neben der stattlichen Residenz auch noch ein Sommersitz dazu. Und wenn der Nachbarfürst gerade den Grundstein für sein neues Jagdschloss gelegt hatte, musste man natürlich nachziehen! Daraus erklärt sich denn auch die ungeheuere Ansammlung von Schlössern und Parks in Meck-Pomm. Nahezu 2000 Burgen, Schlösser, Guts- und Herrenhäuser mit den dazugehörigen Parks und Gärten zählt das Land heute. Auf 770 Einwohner kommt statistisch einer dieser Prachtbauten und auf jedem zehnten Quadratkilometer steht einer. Und die sind glücklicherweise nicht nur verstaubte Denkmäler und Mahnmale einer vergangenen Zeit, sondern dank der Initiative zahlreicher Institutionen und Privatpersonen heute leuchtende Juwele der Architektur. In mehr als 250 Bauten ist ein Tourismus entstanden, der Jung und Alt gleichermaßen anspricht.

 

Höhepunkte der Baukunst und Parkanlagen

Mittelalter und Gotik: Schloss Neustadt-Glewe

Reformation und Renaissance: Schloss Güstrow

Absolutismus und Barock: Schloss Ludwigslust

Romantik und Historismus: Burg Schlitz in Hohen Demzin und Schweriner Schloss



Weitere Infos zu "Schlösser, Parks und Herrenhäuser" finden Sie unter www.auf-nach-mv.de/schloesser

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