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Eine "jüdische Mörderkugel"

Attentat auf Legationssekretär vom Rath

Der 17-jährige polnische Jude Herschel Grünspan erschießt in Paris den deutschen Legationssekretär Ernst vom Rath. Grünspans Eltern gehören zu den im Deutschen Reich wohnhaften polnischen Juden, die im Oktober zur Abschiebung an die polnische Grenze gebracht worden waren.

Verhaftung von Herschel Grynszpan nach dem Attentat auf Ernst vom Rath (15.11.1938)

15.11.1938, der 17jährige polnische Jude Herschel Grynszpan, angeklagt der Ermordung des Botschaftssekretärs Ernst vom Rath, wird in Handschellen vom Pariser Polizeiquartier "Invalides" abgeführt. Der Tod des Ernst vom Rath führte in Deutschland zu massiven Gewaltausschreitungen gegen Juden ("Reichskristallnacht").

Grünspan, der sofort nach der Tat von der Polizei festgenommen wird, gibt an, er habe das an seinen Eltern begangene Unrecht sühnen wollen. Er war am Vormittag in der deutschen Botschaft erschienen und hatte verlangt, einen der Legationssekretäre zu sprechen. Er wurde in das Zimmer vom Raths gebracht, wo er auf den ihm unbekannten Diplomaten schoss. In der deutschen Presse wird darauf hingewiesen, dass nach dem Attentat auf den NSDAP-Landesleiter in der Schweiz, Wilhelm Gustloff, am 4. Februar 1936 nun schon wieder eine "jüdische Mörderkugel" abgefeuert worden sei. Die Öffentlichkeit wird darauf vorbereitet, dass der Anschlag auf vom Rath Folgen haben werde. So schreiben die "Düsseldorfer Nachrichten" am 8. November: "Es ist selbstverständlich, dass sich diese Empörung gegen das Judentum richten wird, das nach dem Pariser Attentat die schweren Folgen, die sich hieraus ergeben, zu spüren haben wird ... Selbst wenn die polizeilichen Ermittlungen der Pariser Behörden ...die Hintermänner des jüdischen Mörders nicht feststellen sollten, bleibt die Tat keineswegs eine Einzelaktion ..." Am 9. November um 17.30 Uhr erliegt vom Rath seinen schweren Verletzungen. Die Todesnachricht erreicht Adolf Hitler und Joseph Goebbels beim Abendessen auf dem Parteitreffen zum Gedenken an den Putschversuch vom 8./9. November 1923 in München.
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