Lexikon
Adorf
Mario, deutscher Schauspieler und Schriftsteller, * 8. 9. 1930 Zürich; vielseitiger, wandlungsfähiger Chrakterdarsteller, zunächst Theaterschauspieler, seit 1954 beim Film, u. a. in „Nachts, wenn der Teufel kam“ 1957; „Bomber und Paganini“ 1976; „Die Blechtrommel“ 1979; „Stille Tage in Clichy“ 1989; „Rossini“ 1996; auch Fernsehrollen in „Der große Bellheim“ 1993; „Der Schattenmann“ 1995–1996; schrieb „Der Mäusetöter“ 1992; „Der Dieb von Trastevere“ 1994; „Der Fenstersturz“ 1996. Auszeichnungen u. a.: Goldene Kamera 1992, Adolf-Grimme-Preis 1994.
- Deutscher Titel: Nachts, wenn der Teufel kam
- Original-Titel: NACHTS, WENN DER TEUFEL KAM
- Land: Deutschland
- Jahr: 1957
- Regie: Robert Siodmak
- Drehbuch: Werner Jörg Lüddecke
- Kamera: Georg Krause
- Schauspieler: Mario Adorf, Annemarie Düringer, Werner Peters, Claus Holm, Hannes Messemer
Basierend auf einem Tatsachenbericht in der »Münchner Illustrierten« wird die Geschichte eines geisteskranken Lustmörders im Deutschland der 30er und 40er Jahre erzählt: Kommissar Kersten (Claus Holm) überführt den Gelegenheitsarbeiter Bruno Lüdke (Mario Adorf) als Massenmörder. Der SS-Funktionär Rossdorf (Hannes Messemer) will den Fall vertuschen, um der Bevölkerung nicht einen Arier als 80fachen Mörder präsentieren zu müssen. Kersten widersetzt sich und wird an die Ostfront abkommandiert, der Mörder ohne Prozess liquidiert.
Regisseur Robert Siodmak, aus seinem Exil in den USA nach Deutschland zurückgekehrt, greift teilweise auf Mittel des expressionistischen Films der 30er Jahre zurück, womit er eine beachtliche atmosphärische Wirkung erzielt.
- Deutscher Titel: Bomber und Paganini
- Original-Titel: D/AUT BOMBER UND PAGANINI
- Land: Deutschland
- Jahr: 1976
- Regie: Nikos Perakis
- Drehbuch: Nikos Perakis
- Kamera: Dietrich Lohmann
- Schauspieler: Mario Adorf, Tilo Prückner, Barbara Valentin, Margot Werner
Der in München lebende Grieche Perakis dreht mit der schrägen Gaunerkomödie seinen zweiten Spielfilm nach »Die Wohngenossin« (1972).
Bomber (Mario Adorf) und Paganini (Tilo Prückner) sind zwei kleine Ganoven, die beim Knacken eines Geldschrankes verunglücken: Bomber wird blind, Paganini kann nicht mehr gehen. Als das Gangstersyndikat sie deshalb ausschließt, jagen sie beim nächsten großen Coup den anderen die Beute ab, die dabei zu Tode kommen. Zwar erlangen Bomber und Paganini bei dem Überfall ihre körperlichen Fähigkeiten wieder, machen sich aber gegenseitig für den Tod der »Kollegen« verantwortlich und fallen übereinander her. Das Ende vom Lied: Sie sind wieder körperlich behindert, verfügen aber wenigstens über ausreichend Geld.
- Deutscher Titel: Die Blechtrommel
- Original-Titel: DIE BLECHTROMMEL
- Land: Deutschland
- Jahr: 1979
- Regie: Volker Schlöndorff
- Drehbuch: Jean-Claude Carrière, Volker Schlöndorff, Franz Seitz, Günter Grass, nach einem Roman von Günter Grass
- Kamera: Igor Luther
- Schauspieler: David Bennent, Angela Winkler, Mario Adorf, Katharina Thalbach
- Auszeichnungen: Oscar 1980 für ausländischen Film; Goldene Palme Filmfestspiele Cannes 1979 für Film
Mit Volker Schlöndorffs Literaturverfilmung »Die Blechtrommel« wird der erfolgreichste deutsche Film der Nachkriegszeit am 4. 5. 1979 uraufgeführt.
Der 1959 erschienene Roman von Günter Grass galt über Jahrzehnte als unverfilmbar. Erst 1975 verkaufte Grass die Rechte. In dem kleinwüchsigen David Bennent fand sich ein idealer Darsteller für den Blechtrommler Oskar Matzerath, der aus Protest gegen die Erwachsenenwelt mit drei Jahren sein Wachstum einstellt. Oskar steht im Mittelpunkt eines grimmigen deutschen Bilderbogens. Aus der Perspektive des Dreijährigen zeigt Schlöndorff das Kleinbürgermilieu im Danzig der Vorkriegszeit: Feigheit, Spießertum und Mitläufermentalität sind der Nährboden, auf dem der Nationalsozialismus gedeiht. Oskar trommelt vergeblich dagegen an.
Schlöndorffs »Blechtrommel« ist der erste und bis in die 90er Jahre einzige deutsche Film, der mit einem Oscar in der Kategorie »Bester ausländischer Film« geehrt wird. Außerdem erhält er in Cannes die Goldene Palme.
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