Lexikon
Algẹrien
Französische Kolonialherrschaft
1830 landeten französische Truppen in Algier. Die Besetzung der Küstenstadt bildete den Auftakt zur Kolonialisierung des Landes. Gegen den erbitterten Widerstand der Bevölkerung unter der Führung von Abd Al Kader sicherten sich die Franzosen bis 1847 die Vorherrschaft und erklärten Algerien 1848 zum französischen Territorium. In der Folgezeit drangen sie – ungeachtet der immer wieder aufflackernden Aufstände – weiter bis in die Sahara vor. Ab 1880 forcierte Frankreich die Einwanderung von Europäern. Die zunehmenden Spannungen zwischen den Kolonialisten und der einheimischen Bevölkerung führten zum Erwachen eines algerischen Nationalismus.
Nach dem 1. Weltkrieg, in dem Algerien an der Seite Frankreichs gekämpft hatte, erwarteten viele Algerier vergeblich die gesellschaftliche Gleichberechtigung. Unabhängigkeitsbestrebungen wurden von Frankreich auch nach dem 2. Weltkrieg unterdrückt. Am 1. 11. 1954 begann der Aufstand der Nationalen Befreiungsfront (FLN) unter Ahmed Ben Bella. Die Welle der Gewalt bereitete sich rasch über das ganze Land aus. Frankreich versuchte den Aufstand brutal niederzuschlagen („Schlacht um Algier“ 1957), die FLN konnte sich jedoch im Untergrund behaupten. Am 13. 5. 1958 brachten die europäischen Siedler und französischen Offiziere durch Putschdrohung die IV. Republik zum Scheitern, dadurch kam General de Gaulle an die Macht. Dieser leitete Verhandlungen mit der FLN ein. Am 18. 3. 1962 kam in Evian ein Waffenstillstand zustande, Putschversuche der radikalen „Geheim-Armee“ (OAS) der europäischen Siedler wurden unterdrückt. Aus Furcht vor dem neuen Regime verließen über eine Million Algerien-Franzosen und fast 100 000 arabische Kollaborateure das Land. Am 3. 7. 1962 wurde Algerien in die Unabhängigkeit entlassen.
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