Lexikon
Arbeit
Wirtschaft
Wandel in den Auffassungen
Im Christentum ist Arbeit gottgegebener Auftrag zur Bewahrung der Schöpfung; die mit ihr verbundene Mühe wird im Alten Testament als Folge der Erbsünde aufgefasst. Im Hoch- und Spät-Mittelalter verlor sich die ursprünglich frühchristliche Vorstellung der Einheit von Gebet und Arbeit (ora et labora), d. h. von geistiger Tätigkeit und handwerklicher Arbeit, und machte einer Höherschätzung geistiger Arbeit Platz. Es setzte sich eine Haltung durch, die schon im Altertum geherrscht und die bewirkt hatte, dass man Handarbeit grundsätzlich Sklaven überließ. Der Reformator M. Luther setzte dem entgegen, dass Arbeit unabhängig von Standeszugehörigkeit und vom Beruf des Arbeitenden Dienst am Nächsten und vor Gott sei und deshalb keine Grundlage für eine unterschiedliche Bewertung der Menschen biete. Im Calvinismus wurde die Arbeitsgesinnung hervorgehoben, und man vermutete einen positiven Zusammenhang zwischen Askese und beruflichem Erfolg. Der Übergang zur Neuzeit ist durch die Herausbildung einer aufklärerisch-idealistischen Vorstellung von Arbeit gekennzeichnet: Arbeit wurde nunmehr vor allem als Mittel zur Entfaltung der Persönlichkeit betrachtet.
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