Lexikon
Baumwolle
Baumwolle
Baumwolle
Baumwollpflanze
© wissenmedia/Rita Reiser
Da die Baumwollpflanze sehr kälteempfindlich ist und während der fünfmonatigen Wachstumszeit eine Durchschnittstemperatur von mindestens 15 °C benötigt, ist ihr Anbau auf der nördlichen Halbkugel auf das Gebiet südlich des 40. Breitengrads, auf der südlichen Halbkugel bis etwa zum Wendekreis begrenzt. In Nordamerika wird Gossypium hirsutum, die die „Upland-Baumwolle“ hervorbringt, angepflanzt. In Indien und Ostasien wird vor allem Gossypium herbaceum kultiviert. Als „levantinische Baumwolle“ wurde die Upland-Baumwolle zuerst nach Europa eingeführt, wobei Venedig der bevorzugte Handelsplatz war. Eine besonders gute Baumwolle liefert Ägypten; sie zeichnet sich durch eine besondere Länge, durch Weichheit und Glanz aus; die Abstammung der ägyptischen Baumwollsorten ist ungeklärt.
Die Baumwolle wird heute vielfach mit Pflückmaschinen geerntet. Sie wird dann nach Güte und Reinheit sortiert und an der Sonne getrocknet. Anschließend folgt die Trennung der Samenkörner von der Baumwolle. Die Fasern haben Bändchencharakter und korkzieherartige Verdrehungen, im Inneren ein Lumen. Der Cellulosegehalt beträgt etwa 80–90%. Je nach Sorte haben sie eine durchschnittliche Länge von etwa 10–50 mm und einen mittleren Durchmesser von etwa 16–22 mm. Wichtige Materialeigenschaften sind: Feinheitsfestigkeit 15–16 cN/tex, Dehnung 7–11%, relative Nassfestigkeit 102–107% der Trockenfestigkeit, Dichte 1,55 g/cm3, Feuchtigkeitsaufnahme bei Normalklima 7–9%; Farbe: creme, bräunlich graustichig; bleichbar und färbbar mit basischen, sauren und substantiven Farbstoffen sowie mit Beizen- und Küpenfarbstoffen. Nach Länge, Farbe, Festigkeit und Reinheit der Faser eingeteilt, gelangt die Baumwolle in Ballen von 140–300 kg zur Verschiffung. Als Nebenerzeugnisse fallen Samen und Grundwolle an.
Baumwollernte (Ländervergleich)
| Land | 1985 | 1990 | 2004 |
| Welt | 50 704 | 53 628 | 69 849 |
| davon: | |||
| Ägypten | 1 200 | 838 | 785 |
| Brasilien | 2 840 | 1 846 | 3 793 |
| China | 12 441 | 13 524 | 18 960 |
| Indien | 4 392 | 4 983 | 7 700 |
| Mexiko | 576 | 550 | 186 |
| Pakistan | 3 651 | 4 912 | 7 279 |
| Sudan | 590 | 239 | 269 |
| Türkei | 1 347 | 1 587 | 2 355 |
| USA | 7 713 | 8 790 | 12 539 |
| Usbekistan | – | – | 3 535 |
- Einleitung
- Handel
- Verarbeitung
- Verwendung
Wissenschaft
Diese Kolumne ist 100 Prozent natürlich!
Wir alle halten uns gerne für gute Menschen, also tun wir unseren Teil für die Umwelt. Oder zumindest tun wir so, als ob wir es täten. Das haben auch die Unternehmen bemerkt und kennzeichnen ihre Produkte daher als „umweltfreundlich“, „klimaneutral“ oder pappen zumindest einen schönen grünen Aufkleber mit einem Öko-Symbol darauf...
Wissenschaft
Computer überall
„Computus“ – so heißt das Buch, in dem der Mittelalterhistoriker Arno Borst erklärt, dass Leute, die ihre Texte auf einem Computer schreiben und Geld von einem Konto abheben, Dinge nutzen, deren Bezeichnungen von dem Ausdruck „computus“ abstammen, der zugleich uralt und vielseitig ist. Bereits in der Antike erfassten die Menschen...
Mehr Artikel zu diesem Thema
Weitere Artikel aus dem Kalender
Weitere Lexikon Artikel
Weitere Artikel aus der Wissensbibliothek
Weitere Artikel aus dem Wahrig Fremdwörterlexikon
Weitere Artikel aus dem Großes Wörterbuch der deutschen Sprache
Weitere Artikel auf wissenschaft.de
Wärme aus der Tiefe
Hölzerne Riesen
Google Maps fürs Gehirn
Gefangen im Netzwerk
»Dieser Perspektivwechsel ist längst überfällig«
Eine Frage der Ähre