Lexikon

Virginia

[və:ˈdʒinjə]
Abkürzung Va.
Flagge von Virginia
Unionsstaat der USA, am Atlantischen Ozean, 110 792 km2, 7,6 Mio. Einwohner (20% Schwarze); Hauptstadt Richmond, größte Städte Virginia Beach, Norfolk und Chesapeake. Virginia hat im Osten Anteil an der atlantischen Küstenebene (bis 50 m ü. M.) und am 300–450 m hohen Piedmontplateau sowie im Westen an der Blue Ridge (im Mt. Rogers 1743 m hoch) und den Allegheny Mountains, die beide zu den Appalachen gehören; zu über drei Fünfteln bewaldet; Anbau von Tabak, Mais, Baumwolle, Weizen, Gemüse und Äpfeln; Viehzucht, Austern-, Krabben- u. a. Küstenfischerei; im Südwesten Kohleabbau; Tabak-, Textil-, Nahrungsmittel-, Holz- und Papierindustrie, elektrotechnische und chemische Industrie, Schiffbau; Sitz des Pentagon (in Arlington); Tourismus in den Appalachen (Shenandoah National Park); internationaler Flughafen Dulles für Washington D. C.

Geschichte

Sir Walter Raleigh ließ 1584 auf Roanoke Island eine Siedlung errichten, die sich aber nicht halten konnte. Das gesamte von Raleigh erforschte Küstengebiet erhielt den Namen Virginia (nach der „jungfräulichen Königin“ Elisabeth I.). 1606 bildete sich die „Virginia“-Kompanie, um die Kolonisierung voranzutreiben. 1607 entstand Jamestown, eine Ortschaft im heutigen Virginia und erste permanente englische Siedlung. Durch den Anbau westindischen Tabaks entwickelte sich eine tragfeste Wirtschaftsbasis. 1624 wurde Virginia königliche Kolonie (erste britische Kronkolonie). Im Unabhängigkeitskrieg Nordamerikas 1775–1783 spielte Virginia eine führende Rolle. 1776 konstituierte sich die inzwischen bedeutend erweiterte Kolonie als unabhängiger Staat. Seine Verfassung enthielt die für andere Gemeinwesen vorbildliche Virginia Bill of Rights. 1861 schloss es sich bei Abspaltung einiger Teile, die 1863 den Staat West Virginia bildeten, der Konföderation an. 1870 wurde Virginia wieder in die Union aufgenommen.
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