Lexikon

Hanf

Cannabis sativa
Hanf
Indischer Hanf
Indischer Hanf, Cannabis sativa var. indica
einjährige, krautige Pflanze aus der Familie der Hanfgewächse, die 4 m hoch werden kann und heute über alle gemäßigten und subtropischen Gebiete verbreitet ist. Der Stängel trägt fingerförmig gefiederte, gezähnte Blätter und getrennt geschlechtige, unscheinbare Blüten. Hanf ist zweihäusig. Er gedeiht besonders auf humusreichen Böden und im wärmeren Klima. Er ist im mittleren und südlichen Asien beheimatet und hat sich von dort auf verschiedenen Wegen nach Westen ausgebreitet.
Hanf ist eine alte Kulturpflanze, die schon seit 10 000 Jahren genutzt wird. Er liefert Fasern von großer Reißfestigkeit für Seilerwaren, Segeltuch und Textilien und eignet sich sehr gut für die Papierherstellung. Der Hanfsamen ist sehr ölhaltig (30–35 %) und kommt daher als beliebtes Vogelfutter in den Handel. Das gewonnene Hanföl dient u. a. zur Seifenherstellung; die Pressrückstände bei der Ölgewinnung sind ein eiweißreiches Milchviehfutter (Hanfkuchen). Außerdem enthält Hanf je nach Sorte unterschiedliche Konzentrationen an psychoaktiven Stoffen, insbesondere Tetrahydrocannabinol (THC). Aus dem Indischen Hanf, Cannabis sativa var. indica, werden die Rauschdrogen Haschisch und Marihuana gewonnen. Seit 1996 sind in Deutschland Hanf-Varietäten mit einem geringen Gehalt an Tetrahydrocannabinol (unter 0,3 %) wieder zum Anbau zugelassen. – Für die Fasergewinnung werden die Pflanzen zunächst zum Antrocknen auf den Feldern belassen, wobei auch die Blätter bereits zum größten Teil abfallen. Die getrockneten Hanfstängel werden dann zur Fasergewinnung ähnlichen Prozessen (Rösten, Brechen und Hecheln) unterworfen, wie sie beim Flachs üblich sind. Durch Kotonisierung lässt sich Hanffaser, ähnlich wie Baumwolle, verspinnbar machen (Flockenbast).
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