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LEXIKON

Flachs

Lein; Linum usitatissimum
aus der Familie der Leingewächse; beheimatet in den Gebieten zwischen dem Persischen Golf und dem Kaspischen bzw. Schwarzen Meer. Die im wilden Zustand ausdauernde, in der Kultur aber einjährige Pflanze wird 3060 cm hoch und besitzt schöne blaue Blüten. Der Faserflachs (Dreschflachs, Schließ-Lein) umfasst Rassen, die verhältnismäßig lange und unverzweigte Stängel haben, während der Ölflachs (Klang-, Spring-Lein) niedrigere Rassen mit reicherer Verzweigung umfasst.
Der Faserflachs wird geerntet, wenn die grüne Farbe der Pflanze in Gelb übergeht, wobei man, um möglichst lange Fasern zu erhalten, die Stängel nicht abmäht, sondern die Pflanze mit den Wurzeln aus dem Boden zieht. Zur Fasergewinnung aus den Stängeln müssen die Faserbündel aus dem Gewebe herausgelöst werden. Dieser Prozess, der unter der Mitwirkung von Bakterien vor sich geht, wird als Röste bezeichnet. Bei der einfachsten Art, der Tauröste, werden die Stängel dem Wechsel von nächtlicher Befeuchtung durch Tau und tägliche Besonnung ausgesetzt. Gebräuchlicher ist die Warmwasserröste. Dabei werden die Stängel in etwa 35 °C warmes Wasser eingelegt. Wenn die Röste abgeschlossen ist, lassen sich Holz oder Rinde leicht ablösen, so dass nur die Faserbündel zurückbleiben. Das geröstete Material wird getrocknet, dann gebrochen und anschließend gehechelt. Als Abfallprodukt wird Werg gewonnen. Der in Bündel gebundene Flachs ist der Grundstoff für die Leinenindustrie oder für die bäuerliche Leinenherstellung.
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