Lexikon
Bergson
[
bɛrgˈsɔ̃
]Henri, französischer Philosoph, * 18. 10. 1859 Paris, † 4. 1. 1941 Paris; lehrte am Collège de France in Paris. Seine Philosophie des Lebens, mit der er die Trennung von Subjekt und Objekt aufzuheben suchte, war der Höhepunkt der französischen Metaphysik um die Jahrhundertwende. Erkenntnisorgan der Metaphysik ist ihm die Intuition, die uns unmittelbar in das „Leben“ hineinversetze, während der räumlich-messende Verstand und das alles vergegenständlichende Denken das lebendige Wesen der Welt verfälsche und daher ausgeschaltet werden müsse. Das Wesen des Lebens sah er in der schöpferischen Bewegung (élan vital) verwirklicht; seine Philosophie ist ein Protest gegen das materialistisch-mechanistische Weltbild seiner Zeit und gegen eine verdinglichende Gottesvorstellung. Bergson erhielt 1927 den Nobelpreis für Literatur. Werke u. a.: „Zeit und Freiheit“ 1889, deutsch 1911; „Materie und Gedächtnis“ 1896, deutsch 1907; „Schöpferische Entwicklung“ 1907, deutsch 1912; „Das Lachen“ 1900, deutsch 1914; „Denken und schöpferisches Werden“ 1934, deutsch 1948.
Bergson, Herni
Herni Bergson
© wissenmedia
- Erscheinungsjahr: 1900
- Veröffentlicht: Frankreich
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Das Lachen
- Original-Titel: Le rire Essai sur la signification du comique
- Genre: Essay über die Bedeutung des Komischen
Der französische Philosoph Henri Bergson (* 1859, † 1941), Literaturnobelpreisträger
1927
, untersucht in der Essaysammlung »Das Lachen« die Bedeutung des Komischen. Mechanismen, Automatisierungen und Konventionen, also Erstarrungen des praktischen Lebens, die in Gegensatz zum wirklichen Leben geraten sind, das ständig in Bewegung ist, bewirken danach den Effekt des Komischen: »Was an dem einen wie an dem andern lächerlich ist, ist eine gewisse mechanische Starrheit, da wo wir geistige Rührigkeit und Gelenkigkeit fordern.« Und andererseits: »Eine systematische Zerstreutheit wie die Don Quijotes ist das Komischste, was man sich auf der Welt denken kann; sie ist die Komik selber, unmittelbar aus der Quelle.« »Das Lachen« zählt zu den Meisterwerken französischer Essayistik. Die deutsche Übersetzung des erfolgreichen Werks erscheint 1914.
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