Lexikon
Boston
Hauptstadt von Massachusetts im Nordosten der USA, an der Mündung des Charles River in die Boston-Bai (Massachusettsbai), 589 000 Einwohner (Metropolitan Area 3,41 Mio.); katholischer Erzbischofssitz; drei Universitäten (gegründet 1839 ff.), Kunstakademie, wissenschaftliche Gesellschaften, große Museen und Bibliotheken; einer der besten nordamerikanischen Naturhäfen, neben New York der wichtigste Einfuhrhafen der USA, bedeutender Ausfuhr- und Fischereihafen, wichtiger Wollmarkt, Handelsplatz für Leder, Finanzzentrum, vielseitige Industrie; großer Verlagsort; U-Bahn (seit 1897), internationaler Flughafen Logan. – 1630 gegründet, Ausgangspunkt der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung (auf der sog. Boston Tea Party 1773 wurde eine Ladung Tee als Protest gegen die englische Teesteuer vernichtet); einstiges Zentrum des neuenglischen Puritanismus.
Boston: Tea-Party
Boston-Tea-Party
Auftakt zur amerikanischen Revolution war die so genannte Tea-Party von 1793, in deren Verlauf die Ladungen von Teeschiffen aus Protest gegen die Zölle auf Teeimport im Hafen von Boston ins Meer geworfen wurden. Zeitgenössische Farblithographie.
© Corbis/Bettmann
Bostoner Tea-Party
Bostoner
Tea-Party
Die Zeitung "Massachusetts Gazette and Boston Weekly News
Letter" berichtet ausführlich über den Überfall verkleideter
Bostoner Bürger auf die Schiffe mit der Teeladung 1773, der sich gegen
die von Großbritannien erhobene Teesteuer richtete:
"Kurz vor der Auflösung der Versammlung [einer Protestkundgebung] näherte sich eine Gruppe beherzter und entschlossener Männer, die als Indianer verkleidet waren ... Die Indianer, wie sie nun genannt werden, liefen zu der Werft, wo die mit Tee beladenen Schiffe lagen ... Sie begaben sich an Bord von Kapitän Halls Schiff, wo sie die Teekisten hochhievten, und als diese an Deck standen, schlugen sie die Kisten ein und warfen den Tee über Bord. Als sie dieses Schiff entladen hatten, kam Kapitän Bruces Schiff an die Reihe, und dann Kapitän Coffins Brigg. Sie widmeten sich so geschickt der Zerstörung der Ware, dass sie binnen drei Stunden 342 Kisten aufgebrochen hatten, alles was die Schiffe an Tee geladen hatten, und ihren Inhalt in das Dock geworfen hatten. Als die Flut stieg, schwemmte sie die zerbrochenen Kisten und den Tee so sehr umher, dass er die Oberfläche des Wassers ein beträchtliches Stück vom Süden der Stadt bis Dorchester Neck bedeckte und an den Ufern liegen blieb. Es kostete viel Mühe, die Bevölkerung daran zu hindern, von dem Tee zu stehlen... Das Privateigentum wurde so sehr geachtet, dass für ein kleines Vorhängeschloss, das dem Kapitän eines der Schiffe gehörte und zerbrochen worden war, ihm ein anderes besorgt und zugeschickt worden ist."
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