Lexikon
Brasilien
Kolonialzeit und Monarchie
Als erster Europäer betrat der Portugiese P. A. Cabral am 22. 4. 1500 die brasilianische Küste und nahm sie für Portugal in Besitz. Die Portugiesen besiedelten das Gebiet ab 1532. Sie brachten ab 1538 auch afrikanische Sklaven zur Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen ins Land. 1549 wurde Bahia zur Hauptstadt der Kolonie und Sitz des Vizekönigs. Kurzfristig versuchten auch die Niederländer in Brasilien Fuß zu fassen, jedoch ohne dauerhaften Erfolg (1629–1654). Im 17. und 18. Jahrhundert begann die Erschließung des Hinterlandes. Mit der Erkundung und Ausbeutung der großen Rohstofflagerstätten in Minas Gerais, Mato Grosso und Goiás verlagerte sich der wirtschaftliche Schwerpunkt nach Süden. 1763 wurde die Hauptstadt nach Rio de Janeiro verlegt. Dort ließ sich 1807 auch der portugiesische König Johann VI. auf der Flucht vor Napoleon nieder. Nachdem Johann 1821 wieder in seine Heimat zurückgekehrt war, erklärte Brasilien am 7. September 1822 seine Unabhängigkeit. Johanns ältester Sohn Pedro ließ sich als Pedro I. (Peter I.) zum Kaiser ausrufen, drei Jahre später erkannte die portugiesische Krone die neue Monarchie an. Nach inneren Konflikten dankte Pedro I. 1831 zugunsten seines fünfjährigen Sohnes Pedro II. (Peter II.) ab. Bis zu dessen 1840 erklärter Volljährigkeit führte ein vom Parlament eingesetzter Rat die Amtsgeschäfte. Unter der Regentschaft Pedros II. stabilisierte sich die politische Situation. Der Export von Kaffee, Kautschuk und Zuckerrohr brachten dem Land einen Wirtschaftsaufschwung, der viele Einwanderer aus Europa, überwiegend aus Portugal, ins Land strömen ließ. 1851/52 kämpfte Brasilien gegen den argentinischen Diktator Juan Manuel Rosas, 1865–1870 verbündete sich das Land mit Argentinien und Uruguay zum siegreichen Krieg gegen Paraguay.
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