Lexikon
Brasilien
Amazonien, das bedrohte Paradies
Der über 6400 km lange Amazonas ist die Schlagader des riesigen, von tropischem Regenwald bedeckten Tieflandes von Amazonien. Zu beiden Seiten des Stromes erstrecken sich die 50–200 km breiten, periodisch überfluteten Landstreifen der Varzeas. An seiner Mündung erreicht der Amazonas eine Breite von 250 km. Im Gebiet der Deltamündung löst sich die Atlantikküste in einzelne, von den Flussarmen des Amazonas umspülte Inseln auf. Zu ihnen zählt die 47 573 km2 große Insel Marajó. Größer als die Schweiz, ist sie die größte Schwemmlandinsel der Erde.
Das 5,8 Mio. km2 große Amazonastiefland, an dem neben Brasilien auch Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien Anteile haben, hat eine wichtige Funktion für das Klima und das Ökosystem der gesamten Erde. Mehr als 60 000 Pflanzenarten sind bisher bekannt, zur einzigartigen Fauna zählen etwa 300 Säugetier-, 1000 Vogel- und 2000 Fischarten.
Die Regenwälder Amazoniens werden seit Jahrhunderten wegen ihrer wertvollen Hölzer ausgebeutet. Agrarkolonien, etwa entlang der Transamazonica-Straße, haben ebenfalls große Lücken gerissen. Zunehmend dringen Viehzüchter in das Tiefland vor. Weitere Gefahren drohen dem Regenwald durch die Erschließung der gewaltigen Rohstoffvorkommen (Eisen, Mangan, Uran, Diamanten, Erdöl u. a.). Trotz offiziellen Verbotes floriert immer noch der Export von Edelhölzern – 80% der Rodungen sind illegal.
Am nördlichen Rand des Amazonasbeckens erheben sich die weiten Plateaus und isolierten Tafelberge des Berglandes von Guyana. Hier bildet der Pico da Neblina mit 3014 m die höchste Erhebung Brasiliens.
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