Lexikon
Diskụrs
Wissenschaftstheorie
eine Gesprächs- oder Redesituation, deren Beiträge argumentativ aufeinander bezogen sind; auch: eine methodisch aufgebaute Abhandlung. Der Diskurs als ein mit Argumenten geführter Dialog zur Begründung von Geltungsansprüchen taucht schon in Platons sokratischen Dialogen als philosophische Methode auf (Dialektik) und ist seither das Gegenstück zur intuitiven Erkenntnis. Mit dem zunehmenden Interesse an sprachlichen und kommunikativen Strukturen standen Diskurse in den vergangenen Jahrzehnten im Zentrum vieler theoretischer Ansätze. Gegenstand vernunftkritischer Diskursanalysen (J. Lacan, M. Foucault, J. Derrida) sind neben allen Arten von Äußerungen und Texten auch institutionelle und gesellschaftliche Diskurspraktiken, die auf ihre psychologischen, historischen oder philosophischen Bedingungen hin befragt werden. Die Frankfurter Schule (J. Habermas) bemüht sich darum, den Diskurs für die argumentative Lösung gesellschaftlicher Probleme nutzbar zu machen. Kern dieser Diskurstheorie ist der Entwurf eines idealen, „herrschaftsfreien Diskurses“, der durch gleichberechtigte Kommunikation den gesellschaftlichen Konsens fördert. In der Folge erkennt die Diskursethik Handlungsnormen dann als gültig an, wenn sie in einem entsprechenden Verfahren von allen Betroffenen akzeptiert werden (könnten).
Wissenschaft
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