Lexikon

Gazastreifen

Landesteil der Palästinensischen Autonomiegebiete; grenzt an das Mittelmeer, Israel und Ägypten; in dem 363 km 2 großen Gebiet leben rund 1,35 Millionen Einwohner; die größte Stadt ist Gaza.
Im arabisch-israelischen Krieg von 1948/49 wurde der Gazastreifen, ein Teil des ehemals britischen Mandatsgebiets Palästina, von Ägypten besetzt, 1956 von Israel erobert, kam nach Räumung wieder unter ägyptischer Verwaltung mit UN-Kontrolle, wurde 1967 erneut von Israel im „Sechstagekrieg“ besetzt. Auf Grund des Gaza-Jericho-Abkommens mit der PLO erfolgte 1994 die Errichtung einer begrenzten palästinensischen Selbstverwaltung. Nach Ausbruch der zweiten Intifada 2000 führte die israelische Armee wiederholt militärische Aktionen im Gazastreifen durch. 2004 verkündete der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon die Absicht, alle jüdischen Siedlungen in dem Gebiet zu räumen. Das Vorhaben wurde von Regierung und Parlament 2005 gebilligt und im selben Jahr umgesetzt.
Nach der Entführung eines israelischen Soldaten 2006 durch die palästinensische Hamas sowie nach Raketenabschüssen auf israelisches Gebiet kam es zu umfangreichen Militäraktionen der israelischen Armee im Gazastreifen. 2007 konnte die Hamas nach blutigen innerpalästinensischen Machtkämpfen die alleinige Kontrolle des Gebietes übernehmen. Nach neuerlichen Raketenangriffen der Hamas auf israelische Grenzstädte führte die israelische Armee von Dezember 2008 bis Januar 2009 eine massive Militäraktion („Operation Gegossenes Blei“) gegen Stützpunkte der Hamas im Gazastreifen durch. Es kam zu schweren Zerstörungen der Infrastruktur, über 1300 Menschen verloren ihr Leben.
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