Lexikon
Gide
André, französischer Schriftsteller, * 22. 11. 1869 Paris, † 19. 2. 1951 Paris; anfangs bibelgläubiger Calvinist, wurde zum „ästhetischen Immoralisten“, der den Lebenshunger und den Lebensgenuss feierte; ein immer suchender Psychologe und wandlungsreicher, betont unabhängiger Individualist französischen und europäischen Geistes; 1947 Nobelpreis. 1952 kam sein Werk auf den Index. Prosa: „Die Rückkehr des verlorenen Sohnes“ 1907, deutsch 1914, unter dem Titel „Die Heimkehr des verlorenen Sohnes“ 1909; „Die Verliese des Vatikan“ 1914 (1933 auch als Bühnenstück), deutsch 1922; „Pastoral-Symphonie“ 1919, deutsch 1925; „Stirb und werde“ (Autobiografie) 1924, deutsch 1930; „Die Falschmünzer“ 1925, deutsch 1928; „Die Schule der Frauen“ 1929, deutsch 1939; „Theseus“ 1946, deutsch 1949; „Tagebuch“ 1939–1950, deutsch 1950–1954, 1967; Drama: „Oedipus“ 1931, deutsch 1931; Reisebericht: „Kongo und Tschad“ 1927/28, deutsch 1930; Briefwechsel mit P. Claudel 1949, deutsch 1952, R. M. Rilke postum 1952, deutsch 1957 u. a.
Gide, Andre
Andre Gide
© Corbis/Bettmann
- Erscheinungsjahr: 1907
- Veröffentlicht: Frankreich
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Die Rückkehr des verlorenen Sohnes
- Original-Titel: Le Retour de l'enfant prodigue
- Genre: Erzählung
In der Parabel »Die Rückkehr des verlorenen Sohnes« deutet André Gide (* 1869, † 1951), Literaturnobelpreisträger
1947
, das biblische Gleichnis vom verlorenen Sohn als einen Akt der Selbstverwirklichung. Die Rückkehr des verlorenen Sohnes zur Familie, zu den Schätzen der Tradition, erscheint jedoch genauso sinnvoll wie das Abenteuer der Selbstsuche. Während der ältere Bruder dem Zurückgekehrten Verrat an der Tradition und am Familiengesetz vorwirft, rüstet sich der jüngere Bruder ebenfalls zum Weggang.Die deutsche Übersetzung, von Rainer Maria Rilke, erscheint 1914.
- Erscheinungsjahr: 1929
- Veröffentlicht: Frankreich
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Die Schule der Frauen
- Original-Titel: L'école des femmes
- Genre: Roman
Der psychologische Roman »Die Schule der Frauen« von André Gide (* 1869, † 1951), Literaturnobelpreisträger
1947
, besteht aus Tagebucheinträgen einer 1916 verstorbenen Frau, die von den Enttäuschungen ihrer Ehe berichtet. Nach Jahren des Zusammenlebens erkennt sie die Scheinheiligkeit und Habgier ihres Mannes, der sie mit subtilen Täuschungen zu lenken versteht. Bei Ausbruch des Weltkriegs verlässt sie ihn und widmet sich der Pflege von Verwundeten und Kranken. Der Stil der Erzählung ist von klassischer Einfachheit, wobei Gide sich gleichzeitig um strenge Analyse und höchste Präzision bemüht. – Ein Jahr später veröffentlicht Gide unter dem Titel »Robert« eine fiktive Selbstverteidigung des Mannes, 1936 folgt unter dem Titel »Geneviève« ein Brief der Tochter jener Frau, die in einem »Brief« an André Gide die Emanzipationsgedanken ihrer Mutter weiterentwickelt.Die deutsche Übersetzung des Gesamtwerks erscheint 1950.
Wissenschaft
Narwal-Snacks und Heringskarussell
Die Erwärmung des Meeres ist im Nordatlantik deutlich merkbar. Ihre Anpassungsfähigkeit hilft den dort lebenden Schwertwalen, sich darauf einzustellen und neue Überlebensstrategien zu entwickeln. von BETTINA WURCHE Der nördliche Nordatlantik ist besonders stark vom Klimawandel geprägt: Durch die Meereserwärmung geht die...
Wissenschaft
Wirklich wahr?
Die Frage nach der Wahrheit ist ein Klassiker der Wissenschaftsphilosophie, und gerade in dieser Zeit besonders wichtig. von TOBIAS HÜRTER Es gibt eine merkwürdige Stelle in der Bibel, die man leicht überliest. Als Jesus im Amtssitz des römischen Statthalters Pontius Pilatus verhört wird und beteuert, er sei gekommen, um „für die...
Weitere Artikel aus dem Kalender
Mehr Artikel zu diesem Thema
Weitere Lexikon Artikel
Weitere Artikel aus dem Wahrig Fremdwörterlexikon
Weitere Artikel aus der Wissensbibliothek
Weitere Artikel aus dem Großes Wörterbuch der deutschen Sprache
Weitere Artikel auf wissenschaft.de
Eine Optik aus Schall
Egoistische Einzelgänger
News der Woche 29.11.2024
DNA statt DVD
Higgs-Hilfe für den Urknall?
Freundeskreis gibt Jungen Mathe-Selbstvertrauen