Lexikon
Hermann
Georg, eigentlich G. H. Borchardt, deutscher Erzähler, * 7. 10. 1871 Berlin, † 19. 11. 1943 KZ Auschwitz (ermordet); Romane aus dem biedermeierlichen jüdischen Berliner Bürgertum: „Jettchen Geberts Geschichte“ 1906, Fortsetzung „Henriette Jacoby“ 1908; „November Achtzehn“ 1930; „Raths schwere Stunde“ 1934. – Werkausgaben 1996ff.
- Erscheinungsjahr: 1906
- Veröffentlicht: Deutsches Reich
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Jettchen Gebert
- Genre: Roman
Beim Verlag Fleischel in Berlin erscheint »Jettchen Gebert«, der erste Teil des erfolgreichen Doppelromans »Jettchen Geberts Geschichte« von Georg Hermann (* 1871, † 1943). Der Zweite Teil erscheint 1908 unter dem Titel »Henriette Jacoby«. Der auch kulturhistorisch interessante Roman um eine vielseitig gebildete Jüdin von außergewöhnlicher Schönheit spielt im Berlin der Biedermeierzeit in den Jahren 1839/40. Thema ist der Gegensatz zwischen humanistischer Gesinnung und dem Geschäftsgeist in der Phase der industriellen Revolution. Jettchen Gebert versucht vergeblich, aus der Enge ihrer bürgerlichen Verhältnisse auszubrechen. Zuletzt akzeptiert sie sogar, daß sie auf Beschluss ihrer Familie einen ungeliebten Mann heiraten soll. Der Roman endet mit dem Hochzeitstag, den Jettchen in marionettenhafter Starre an der Seite ihres kleinen, selbst gefälligen und ordinären Gatten, dessen körperliche Nähe ihr Ekel einflößt, verbringt. Erst am Abend erwacht sie innerlich, stiehlt sich aus der Hochzeitsgesellschaft und flieht ziellos auf die Straße.
- Erscheinungsjahr: 1908
- Veröffentlicht: Deutsches Reich
- Verfasser:
- Deutscher Titel: Henriette Jacoby
- Genre: Roman
Der in Berlin erschienene Roman »Henriette Jacoby« von Georg Hermann (* 1871, † 1943) ist der zweite Teil des Doppelromans »Jettchen Geberts Geschichte«, dessen erfolgreicher erster Teil 1906 unter dem Titel »Jettchen Gebert« erschien. Jettchen Gebert, inzwischen verheiratete Henriette Jacoby, aber getrennt von ihrem Mann lebend, nimmt sich das Leben, als sie erkennt, dass sie in ihrem Geliebten Kößling, dem sie sich nach langem Zögern hingibt, in Wirklichkeit nur die unbürgerlichen Lebensformen ihres Onkels Jason geliebt hat.
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