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LEXIKON

Hnecker

Die DDR als sozialistische Nation
Die DDR als sozialistische Nation
Im Neuen Deutschland (13. 12. 1974) definierte Erich Honecker das Verhältnis von Staat und Nation in der DDR:

Die Entwicklung der Deutschen Demokratischen Republik muss man in ihrem geschichtlichen Zusammenhang sehen. Das gilt auch für die nationale Frage, über die... die Geschichte bereits entschieden hat... Nationen entstehen und verändern sich in Abhängigkeit von den konkreten historischen Bedingungen...
Die westdeutsche Bourgeoisie ist bei der Gründung der Bundesrepublik Deutschland von ihrem Klasseninteresse ausgegangen.
Es ging ihr damals, um mit den Worten Adenauers zu sprechen, nicht um die Rettung der Nation und ihrer Einheit, sondern um die Rettung eines sozialen Systems, das auf der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beruht ...
Uns ging es nach dem 8. Mai 1945 darum,
die Chance, die uns die Befreiung vom Faschismus gab, zu nutzen,
die Ausbeuterordnung zu beseitigen, unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei einen neuen Weg zu gehen, den Weg der Demokratie und des Sozialismus.
Das ist der Kern der Sache. Da dieser Weg in Westdeutschland versperrt wurde, entwickelte sich in der Deutschen Demokratischen Republik die sozialistische Nation, die sich in allen entscheidenden Merkmalen von der bürgerlichen Nation in der Bundesrepublik Deutschland unterscheidet.
Wir sind im Vergleich zur Bundesrepublik Deutschland schon eine historische Epoche weitergegangen. Wir repräsentieren ... das sozialistische Deutschland.
Erich, deutscher Politiker (SED), * 25. 8. 1912 Wiebelskirchen, Saar,  29. 5. 1994 Santiago de Chile; verheiratet mit Margot Honecker; Dachdecker; seit 1929 in der KPD, 19351945 wegen illegaler Tätigkeit im Zuchthaus; 19461955 Vorsitzender der FDJ; 19501958 Kandidat, 19581989 Mitglied des Politbüros, 19581971 Sekretär des ZK der SED (verantwortlich für Militär- und Sicherheitsfragen). Honecker trug maßgeblich zum Sturz W. Ulbrichts bei und war 19711989 dessen Nachfolger als Parteichef (Erster Sekretär, 1976 Generalsekretär des ZK) der SED und Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrats, seit 1976 zugleich Vorsitzender des Staatsrats der DDR. In nahezu diktatorischer Machtfülle prägte Honecker die Entwicklung der DDR in den 1970er und 1980er Jahren. 1989 wurde er vom Politbüro gestürzt. Einem nach der Wiedervereinigung Deutschlands eingeleiteten Strafverfahren wegen seiner Verantwortung für die Erschießung von Flüchtlingen an der innerdeutschen Grenze entzog sich Honecker mit seiner Frau 1991 durch Flucht nach Moskau. Als die russische Regierung mit Ausweisung drohte, suchte das Ehepaar Zuflucht in der chilenischen Botschaft. 1992 wurde er zum Verlassen der Botschaft genötigt und nach Berlin gebracht, wo der Prozess gegen ihn sowie fünf Mitangeklagte begann. 1993 wurde das Verfahren gegen Honecker aus Gesundheitsgründen eingestellt; er übersiedelte nach Chile zu seinen Angehörigen.
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