Lexikon
Immụnglobuline
[
lateinisch
]Abk. Ig, Gammaglobuline i. w. S., von spezialisierten Zellen des Immunsystems, den B-Lymphocyten, gebildete Proteine, die als Antikörper wirken und für die humorale Immunabwehr verantwortlich sind. Sie weisen eine gemeinsame y-förmige Grundstruktur auf, bestehend aus zwei schweren H-Ketten u. zwei leichten L-Ketten. Jede Kette besteht aus einem konstanten und einem variablen Abschnitt, der für jeden Antikörper verschieden ist und die spezifische Erkennung eines bestimmten Antigens ermöglicht. Die ungeheure Vielzahl an Antikörpern, die der Organismus benötigt, um auf die Vielfalt möglicher Antigene reagieren zu können, wird dadurch erzielt, dass die Vorläuferzellen der Immunglobulin produzierenden B-Lymphocyten keine fertigen Gene für Antikörper enthalten, sondern nur Genbausteine, die immer wieder neu miteinander kombiniert werden. Man nimmt an, dass der Körper so fast unbegrenzt viele unterschiedliche Immunglobuline (ca. 107) herstellen kann.
Man kennt beim Menschen 5 Klassen von Immunglobulinen: IgM, IgG, IgA, IgE, IgD, die unterschiedliche Rollen in der Immunabwehr spielen. IgM werden sofort als primäre Immunantwort gebildet, wenn wir erstmalig von einem Erreger angegriffen werden. IgG (Gammaglobuline i. e. S.) sind die häufigsten Immunglobuline und für die sekundäre Immunantwort verantwortlich. Sie werden verzögert bei einem ersten Kontakt mit dem Antigen gebildet, aber sehr schnell und in großer Menge bei erneutem Kontakt. IgA kommen vor allem in Körpersekreten (Speichel, Tränenflüssigkeit, Magensaft, Nasenschleim, Lungensekret, Muttermilch) vor und verhindern vielfach, dass Krankheitserreger in den Körper eindringen können. IgE sind an der Abwehr von Parasiten beteiligt, vermitteln aber auch die allergische Überempfindlichkeitsreaktion vom sog. Soforttyp (Typ I der Allergie). IgD kommen nur in geringer Menge vor und spielen wahrscheinlich bei der Differenzierung der B-Lymphocyten eine Rolle.
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