Lexikon
Kanịnchen
[
lateinisch
]umgangssprachlich auch Karnickel, Bezeichnung für mehrere nicht näher miteinander verwandte Gattungen und Arten der Hasenartigen; in Europa das Europäische Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus). Ursprünglich in Spanien und Nordwestafrika beheimatet, ist es heute in vielen Ländern verbreitet und vielfach zur Plage geworden. Es ist mit 35–45 cm kleiner als der Feldhase und hat kürzere Ohren und nur wenig verlängerte Hinterläufe. Es ist überwiegend nachtaktiv und lebt in weit verzweigten Erdbauten. Es hat eine sehr hohe Vermehrungsrate mit 4–7 Würfen und je 4–6 Jungen pro Jahr. Das Europäische Wildkaninchen ist die Stammform all unserer Hauskaninchenrassen („Stallhasen“). Diese dienen der Fleisch- oder Fellgewinnung, zu Liebhaberzwecken oder als Labortiere. Bekannte Rassen sind Deutsche Widder, Deutsche Riesen, Weiße Wiener, Rex-Kaninchen und die langhaarigen Angora-Kaninchen; zu den Zwergrassen zählen Hermelin-Kaninchen und Farbenzwerge. Weitere Wildkaninchen-Gattungen sind die Baumwollschwanzkaninchen, Sylvilagus Nordamerikas und die südafrikanischen Rotkaninchen, Pronolagus.
Wildkaninchen
Wildkaninchen
© wissenmedia/Johann Brandstetter/Arno Kolb
Kaninchen
Kaninchen
Wildkaninchen graben unterirdische Höhlen.
© wissenmedia/Rita Reiser
| Der Feldhase, Lepus europaeus (links), und das Wildkaninchen, Oryctolagus cuniculus (rechts), gehören beide zur Familie der Hasentiere und weisen große Übereinstimmungen auf, doch gibt es auch genügend Unterschiede, um sie auch in freier Wildbahn sicher auseinaner halten zu können. | |
| Feldhase | Wildkaninchen |
|---|---|
| Körperlänge 50-76 cm, Ohren länger als der Kopf | Körperlänge ca. 40 cm, Ohren kürzer als der Kopf |
| lebt einzeln | lebt meist in Gruppen |
| Farbe meist gelblich oder rostbraun | Farbe meist gräulich |
| bewohnt flache Kuhlen in Wald, Gebüsch oder Gräben als Lager | gräbt komplizierte Höhlensysteme |
| bleibt meist im Umkreis von 2 km um sein Lager | entfernt sich selten mehr als 500 m von seinem Bau |
| flüchtet sehr schnell, versucht durch plötzliche Richtungsänderungen seine Verfolger abzuschütteln und hält dies lange Zeit durch | flüchtet langsamer und hat nur ein geringes Durchhaltevermögen |
| Tragzeit 42 Tage, Junge sind Nestflüchter, geboren mit offenen Augen | Tragzeit ca. 30 Tage, Junge sind Nesthocker, geboren mit geschlossenen Augen und nackt |
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