Lexikon

Karl V.

Kaiserwahl und Krönung

Bereits 1506 durch den frühen Tod des Vaters Herr der habsburgischen Erblande und 1516 (nach dem Tod Ferdinands) König von Spanien, wurde Karl mithilfe hoher Wahlgelder, die ihm Jakob Fugger vorstreckte, gegen Franz I. von Frankreich in Frankfurt (28. 6. 1519) zum römisch-deutschen König gewählt und somit Herrscher eines Weltreichs und Begründer des spanischen Imperiums. Bereits 1520 nahm er den Titel Erwählter Römischer Kaiser an. 1530 wurde Karl in Bologna als letzter Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation von einem Papst (Klemens VII.) gekrönt.
Gegensatz Habsburgs zu Frankreich
Gegensatz Habsburgs zu Frankreich
Karl I. von Spanien stellt sich 1519 zur Kaiser- bzw. Königswahl im Deutschen Reich. In einem Brief an seine Tante Margarethe weist er den Vorschlag zurück, seinem Bruder Ferdinand die Krone zu überlassen, da er eine Zersplitterung des habsburgischen Reiches vermeiden will, die den Hauptkonkurrenten Frankreich stärken würde:

Ihr äußert Bedenken hinsichtlich Unserer Wahl, und zwar wegen der lebhaften Bemühungen des Königs von Frankreich, die Unsere zu hintertreiben und die eigene zu fördern, und seid der Meinung, man solle sie deshalb für den Infanten Don Ferdinand oder für einen Dritten anstreben. Als Antwort darauf erklären Wir euch, dass Wir begründeten Anlass hatten, diese Wahl lieber für Uns als für einen anderen anzustreben, dass Wir, wenn Wir sie durchsetzen, verschiedene große Dinge zu Unserem, des Infanten Don Ferdinand und Unserer Königreiche und Länder gemeinsamen Besten entwerfen und ausführen können, die Wir nicht erreichen würden, wenn die Wahl nicht auf Uns, sondern auf Don Ferdinand fiele ... Würden wir Uns auf die von euch vorgeschlagene Eröffnung zugunsten unseres Bruders oder eines Dritten einlassen, so könnten wir darüber Kaisertum, Ehre und Ansehen verlieren. Denn nichts wünschen ja die Franzosen mehr, als die Kräfte und die Macht Unserer Häuser Spanien, Österreich und Burgund zu trennen, aufzuspalten und zu teilen, und einen dritten Kaiser zu schaffen, falls sie selbst es nicht sein können. Zu dem Zweck würden sie lieber Unseren Bruder an dieser Stelle sehen als irgendeinen anderen."

  1. Einleitung
  2. Kaiserwahl und Krönung
  3. Kampf an vielen Fronten
  4. Ringen um die Glaubenseinheit
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