Lexikon
Labour Party
[
ˈlɛibə ˈpa:ti; englisch, „Arbeiterpartei“
]Abkürzung LP, britische politische Partei, hervorgegangen aus dem 1900 hauptsächlich von den Gewerkschaften zur Vertretung wirtschaftlich-sozialer Interessen der Arbeiter im Parlament gegründeten Labour Representation Committee. Sie verdrängte nach dem 1. Weltkrieg allmählich die liberale Partei aus ihrer Rolle im Zweiparteiensystem.
In beiden Weltkriegen beteiligte sich die LP an den Koalitionsregierungen. Nach den Wahlerfolgen von 1923 und 1929 stellte sie jeweils für kurze Zeit mit Duldung der Liberalen Minderheitsregierungen, aber erst nach dem überwältigenden Wahlsieg von 1945 konnte sie die Verwirklichung ihrer programmatischen Forderungen beginnen. Nach der Wahlniederlage von 1951 geriet die Partei in eine Flaute und blieb bis 1964 in der Opposition. Danach trug sie bis 1970 und 1974 –1979 Regierungsverantwortung. Nach der Wahlniederlage von 1979 gewann der linke Flügel die Oberhand und stellte 1980 mit M. Food den Parteiführer. Daraufhin verließen zahlreiche gemäßigte Mitglieder die Partei und gründeten die Social Democratic Party (SDP), deren Mehrheit 1988 mit den Liberalen fusionierte. Nach der Wahlniederlage der LP 1983 wurde N. Kinnock Parteichef. Nach einer weiteren Wahlniederlage 1987 wurde die Stellung des linken Flügels schwächer; die LP wandte sich mit einem neuen Programm 1989 mehr den Mittelschichten zu. Trotzdem konnten auch die Wahlen 1992 nicht gewonnen werden. Daraufhin legte Kinnock sein Amt nieder. Nachfolger wurde J. Smith. Er setzte 1993 eine Statutenänderung durch, die den Einfluss der Gewerkschaften auf die Wahl der Parteispitze begrenzte. Nach Smiths Tod 1994 übernahm T. Blair die Führung der LP und gab ihr ein modernes Profil („New Labour“). Damit schuf er die Grundlage dafür, dass die Partei erstmals in ihrer Geschichte drei Unterhauswahlen (1997, 2001, 2005) hintereinander gewann. 2007 ging die Parteiführung auf G. Brown über. Seit der Wahlniederlage 2010 ist die Partei wieder in der Opposition. Im selben Jahr wurde E. Miliband Führer der LP.
Die LP stellte bis heute sechs Regierungschefs: J. R. Macdonald (Premierminister 1924 und 1929–1935), C. R. Attlee (Premierminister 1945–1951), H. Wilson (Premierminister 1964–1970 und 1974–1976), J. Callaghan (Premierminister 1976–1979), T. Blair (Premierminister 1997–2007) und G. Brown (Premierminister 2007–2010).
Attlee, Clement Richard
Clement Richard Attlee
© Corbis/Bettmann/UPI
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