Lexikon
Makedọnien
Kernlandschaft der Balkanhalbinsel, wird im Osten und Nordosten vom Ägäischen Meer und den Flüssen Nestos und Struma begrenzt, reicht im Norden bis zum Einzugsgebiet des Vardar, im Westen bis zu den albanischen Randgebirgen; im Süden bilden die Bergmassive des Grammos und des Olymp die Grenze zu den mittelgriechischen Landschaften.
Geschichte
Aus der mittleren und späten Bronzezeit stammen abgeplattete Wohnhügel (Tumbas). Später kamen aus dem Norden Träger der Lausitzer und aus dem Süden der mykenischen Kultur. Ansässig waren wohl auch schon Illyrer, Thraker und Phryger. Mit der Ägäischen Wanderung um 1200 v. Chr. drangen griechische Makedonen aus dem nördlichen Thessalien nach Makedonien ein. Mindestens seit Anfang des 7. Jahrhunderts v. Chr. stand Makedonien unter dem Königtum der Argeaden. Autonome Städte gab es außer den griechischen Kolonien an der Küste nicht. Im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. wurde Makedonien vielfach in die Kämpfe der griechischen Stadtstaaten untereinander hineingezogen. Durch Zwistigkeiten begünstigt, übernahm Philipp II. (359–336 v. Chr.) zunächst nur als Vertreter des unmündigen Königs die Herrschaft. Er schuf als Grundlage seiner Macht das neue makedonische Heer, erzwang die Führung des von ihm gegründeten allgriechischen Korinthischen Bunds und machte damit Makedonien zur führenden Macht der griechischen Welt. Sein Sohn Alexander der Große (336–323 v. Chr.) begründete ein kurzlebiges Weltreich (Hellenismus). In die Wirren der Diadochenkämpfe hineingerissen, erstarkte Makedonien erst wieder unter den Antigoniden. Der Konflikt mit Rom unter Philipp V. (221–179 v. Chr.) brachte es jedoch in den zwei Makedonischen Kriegen (215–205 v. Chr., 200–197 v. Chr.; römischer Sieg bei Kynoskephalai) um seine Vormachtstellung in Griechenland. Der 3. Makedonische Krieg (171–168 v. Chr.) entriss dem letzten Antigoniden Perseus (179–168 v. Chr.) in der Entscheidungsschlacht bei Pydna 168 v. Chr. auch Makedonien selbst. Makedonien wurde in vier Staaten aufgeteilt und 148 v. Chr. römische Provinz. 395 n. Chr. wurde Makedonien Teil des Byzantinischen Reichs.
Alexander III. (König von Makedonien)
Alexander der Große
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Diadochen: Reiche nach 323 v. Chr.
Diadochen: Reiche
© wissenmedia
Seit dem 6. Jahrhundert war Makedonien vorwiegend slawisch besiedelt, wechselnd unter byzantinischer, bulgarischer und serbischer Herrschaft; seit 1371 bzw. 1389 türkisch; Erhebungen im 18. und 19. Jahrhundert gegen die türkische Herrschaft blieben ohne Erfolg, aber die Makedonische Frage wurde seit Ende des 19. Jahrhunderts ein ständiges Thema der internationalen Politik; Bulgaren, Griechen und Serben (neben der Türkei) stritten sich um den Besitz. Gegen diese Herrschaft richtete sich der Kampf der 1893 entstandenen IMRO (Innere Makedonische Revolutionäre Organisation). Im 1. Balkankrieg wurde Makedonien den Türken entrissen. Nach dem 2. Balkankrieg (1913) fiel Nordmakedonien an Serbien, während der Südteil von Griechenland vereinnahmt wurde. Bulgarien musste sich mit einem kleinen Gebiet im Osten begnügen. Auch nach dieser Aufteilung blieb die Makedonische Frage ein stetiger Krisenfaktor des politischen Geschehens auf dem Balkan.
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