Lexikon

Maniersmus

Manierismus (Kulturtabelle).sgm
Wichtige Künstler und Werke des Manierismus
KünstlerWerke
Sebastiano del Piombo (um 1485-1547)Auferweckung des Lazarus (1516); Geißelung Christi (15171524)
Domenico Beccafumi(14861551)Tafelbilder; Fresken; plastische Arbeiten
Jacopo Pontormo (1494-1557)Grablegung Christi (15251528); Heimsuchung (1530)
Ma(a)rten van Heemskerck (14981574)Landschaft mit der Entführung Helenas (1535)
Giulio Romano (1499-1546)Fresken im Palazzo Tè (15251535)
Benvenuto Cellini (1500-1571)Perseus mit dem Haupt der Meduse (15451554)
Parmigianino (1503-1540)Madonna mit dem hl. Johannes dem Täufer und Hieronymus (15261527); Madonna mit dem langen Hals (um 1534)
Francesco Primaticcio (15041570)Dekorationen im Schloss Fontainebleau (ab 1532)
Tintoretto (1518-1594)Christus und die Ehebrecherin (um 1545); Bacchus, Ariadne und Venus (1578)
Pieter Bruegel d. Ä. (zwischen 1525/30-1569)Der Turmbau zu Babel (1563); Streit des Karnevals mit dem Fasten (1559); Triumph des Todes (um 1562)
El Greco (1541-1614)Begräbnis des Grafen Orgaz (1586); Gewitterlandschaft mit der Ansicht der Stadt Toledo (1608); Die Bergung des Leichnams des hl. Markus (1562)
im engeren Sinn die Stilbewegung der europäischen Kunst zwischen Renaissance und Barock, die mit antiklassischer Tendenz um 1520 begann und um 1600 endete; im weiteren Sinne jedes künstlerische Verhalten, auf das die Merkmale des Manierismus zutreffen. Grundmotive des Manierismus sind das Interesse am Absonderlichen und Überwirklichen, die Neigung zu Stilisierung und deformierender Abstraktion, ferner die Freude am Selbstgenuss, am Esoterischen, Monströsen und Grotesken.
In der bildenden Kunst begann die Hauptperiode des europäischen Manierismus (im engeren Sinne) in Florenz. Die Merkmale in der Malerei (scharfe Licht-Schatten-Gegensätze, kühle, helle Farbgebung, Längung der Proportionen, weit gehende Aufhebung der Schwerkraft, gezierte, erkünstelt wirkende Gebärden) zeigen sich besonders deutlich in Werken von J. Pontormo, Parmigianino, Rosso Fiorentino, D. Beccafumi, F. Primaticcio, A. Bronzino, G. Arcimboldi, Tintoretto und Michelangelo. Die wichtigsten Vertreter außerhalb Italiens sind P. Bruegel der Ältere und El Greco.
Die
Literatur
übernahm den Begriff aus der Kunstgeschichte und beschreibt mit ihm ein Stilphänomen des 16. und 17. Jahrhunderts, das sich klassizistischen Normen widersetzt und eine bewusst überformte Sprache (Anhäufung von Stilfiguren und Metaphern, ausgefallene Redeformen) pflegt. Von Italien ausgehend besonders in Spanien verbreitet (B. Gracián, L. de Góngora y Argote), später auch in der deutschen Barockdichtung (D. C. von Lohenstein, C. Hofmannswaldau, G. P. Harsdörffer) oder als Gegenentwurf zur Weimarer Klassik (Jean Paul).
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Wissenschaft

Ganz schön bizarr

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