Lexikon
Neapolitạnische Schule
in der Musikgeschichte eine Gruppe in Neapel wirkender oder ausgebildeter Komponisten des 17. und 18. Jahrhunderts, die etwa ab 1720 großen Einfluss auf die Entwicklung der Oper gewann. Sie entwickelte die drei Typen der opera seria, buffa und semiseria mit folgenden Eigentümlichkeiten: Beschränkung auf 6 Personen, im Libretto Verwendung von klassischen und volkstümlichen Sujets, dreiteilige Sinfonia als Ouvertüre, 3 Akte, Rezitative als Handlungsträger, Da-capo-Arien zur Äußerung von Affekten und Seelenzuständen. Die Neapolitanische Schule entwickelte eine hohe Virtuosität im Gesang (Koloraturen, Belcanto), die sich gegenüber dem Drama oft verselbständigte. Sie verwendete überwiegend homophonen Satz. Zu ihren prominentesten Vertretern zählen: F. Provenzale, Giovanni Battista Pergolesi, Domenico Cimarosa, Niccolò Jommelli, Giovanni Paisiello, Tommaso Traetta, Niccolò Piccinni und Leonardo Leo. Sie widmete sich ferner der Kirchenmusik (im strengen Satz, bisweilen konzertant) und beeinflusste in Deutschland vor allem Carl Heinrich Graun u. Johann Adolf Hasse.
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