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WAHRIG HERKUNFTSWöRTERBUCH

Tropf

der seit dem 15. Jh. bezeugte Ausdruck für einen einfältigen Menschen geht wohl ebenso wie das Substantiv Tropfen auf eine frühere Form des Verbs triefen zurück
[Info]
Tropf: armer Tropf
Wer ein armer Tropf ist, der wird nicht nur bemitleidet, sondern auch immer ein wenig von oben herab betrachtet, bedeutet die Wendung doch „einfältig, geistig beschränkt sein“. Vereinzelt wird Tropf von triefen im Nebensinne „behäbig sein“ hergeleitet. Andere verbinden das Wort mit Tropfen, in dem Sinne, der auch dem Ausdruck ein Tropfen auf den heißen Stein sein eigen ist, nämlich „etwas Unbedeutendes, zu gering sein“. Das
mhd.
Substantiv tropfe steht jedenfalls in Verbindung mit Tropfen, denn es bezeichnet eine durch Tropfen bedingte Krankheit. Man nahm an, dass diese Tropfen in verschiedene Körperteile fielen und so zu Krankheiten wie Fallsucht oder Schlagfluss führten. Wer daran litt, dem sprach man die volle Geistesfähigkeit ab die Krankheitsbezeichnung wurde zur Bezeichnung des Kranken selbst. Dagegen ist die Wendung an jemandes Tropf hängen „von jemandem finanziell abhängig sein“ dem Bild der Tropf genannten Infusion geschuldet, die ein schwacher Patient erhält, um wieder zu Kräften zu kommen.
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