Lexikon

Nicht selbst im Trüben fischen

Nicht selbst im Trüben fischen
In einer Denkschrift kritisiert Maria Theresia 1772 die Beteiligung Österreichs an der 1. Polnischen Teilung:

Seit dem Beginne der Wirren in Polen habe ich die Absicht des Königs von Preußen, sich eines Teils dieses Königreichs zu bemächtigen, als die von uns am meisten zu fürchtende Sache betrachtet... Denn es ist unbestreitbar, dass, so groß auch die Macht Russlands sein mag, wir von seiner Seite niemals so viel zu fürchten haben werden als von dem Könige von Preußen, der seit 30 und mehr Jahren immer unser gefährlicher Feind war und es jederzeit sein wird, dessen fernere Vergrößerung daher das handgreiflichste Übel ist, welches uns zugefügt werden kann... Hätte man sich an diesen Grundsatz gehalten und, statt selbst im Trüben zu fischen, um einige elende polnische Distrikte zu erlangen..., sich damit begnügt, für den Fall, als der König von Preußen eine Unternehmung gegen Polen ins Werk setzen wollte, eine Armee zum Einmarsche in Schlesien bereit zu halten, hätte man sich auf die einfache Rolle eines unparteiischen Friedensvermittlers zwischen Russland und der Pforte beschränkt...; hätte man ihm vielmehr Aussicht auf die Möglichkeit eröffnet, durch den Frieden zu irgendwelchem Vorteile zu gelangen, dann ist wohl nicht zu zweifeln, dass man durch ein so einfaches, festes und redliches Verfahren es erreicht hätte, den Krieg im verflossenen Jahr zu endigen, die Zerstückelung Polens zu verhindern, den Dank der beteiligten Mächte zu verdienen und unser Ansehen in Europa zu mehren...

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