Lexikon

Nordsee

Schleswig-Holstein: Satellitenaufnahme
Satellitenaufnahme von Schleswig-Holstein
Landsat-Bild der deutschen Nord- und Ostseeküste mit Elbmündung und Hamburg
Nebenmeer des Atlantischen Ozeans zwischen den Britischen Inseln, dem europäischen Festland und Skandinavien, 580 000 km2; ein flaches Schelfmeer mit nach Norden zunehmender Tiefe, in der Norwegischen Rinne 725 m, durchschnittlich 94 m tief; sehr flache Küstenzonen im Süden und Südosten mit ausgedehnten, zum großen Teil unter Naturschutz gestellten Wattengebieten. Bei der Bildung des Bodenreliefs weisen neben ausgedehnten ebenen Bereichen zahlreiche Bänke (z. B. Doggerbank), Rinnen und Löcher auf den Einfluss der nordeuropäischen Vergletscherung hin, auf die auch die Ausbildung der Fjorde und Schären an den skandinavischen Küsten zurückzuführen ist.
Teilgebiete der Nordsee sind das Skagerrak im Osten mit Verbindung zur Ostsee, die Deutsche Bucht im Südosten und die Hoofden im Süden, die durch den anschließenden Ärmelkanal eine enge Verbindung zum Atlantik haben. Nach Norden öffnet sich die Nordsee trichterförmig zum Europäischen Nordmeer.
Die Salzgehalte der Nordsee betragen um 35 0/00, die durchschnittlichen Temperaturen schwanken zwischen 15 °C im Sommer und 6 °C im Winter (in der offenen Nordsee). Die Nordsee hat gebietsweise starke Gezeitenströme (bis zu 4 m/s im Pentland-Firth zwischen Schottland und den Orkney-Inseln) und. hohe Tidenhübe (bis zu 6,5 m in der Wash [englische Ostküste], 4,1 m in Wilhelmshaven). Deiche, Damm- und Schleusensysteme schützen besonders im Süden und Südosten vor Überflutung der flachen Küsten- und Flussmündungsgebiete durch die im Winter häufigen Sturmfluten. Durch Landgewinnung (z. B. IJsselmeer) wurde der Küstenverlauf stark verändert. Eine Vereinbarung über die staatliche Zuordnung des Festlandsockels der Nordsee wurde unter Erweiterung des deutschen Anteils („Entenschnabel“) 1971 getroffen.
Die Nordsee gehört zu den meistbefahrenen Meeren der Erde; Welthäfen sind London, Rotterdam, Hamburg, Amsterdam, Bremen und Antwerpen. Im Untergrund der Nordsee wurden Mitte der 1960er Jahre bedeutende Erdöl- und Erdgasvorkommen entdeckt. Die größten
Nordsee: Erdöl- und Erdgasvorkommen
Nordsee: Erdöl- und Erdgasvorkommen
Felder liegen in der mittleren und nördlichen Nordsee, im britischen und im norwegischen Hoheitsgebiet. Die Nordsee gehört zu den am stärksten verschmutzten Meeresgebieten. Die Fischbestände (Schellfisch, Kabeljau, Hering, Scholle) sind stark rückläufig.
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