Lexikon
Pạrma
italienische Provinzhauptstadt in der Region Emilia-Romagna, in der mittleren Poebene, 179 000 Einwohner; Universität (13. Jh.), Kunstakademie, Musikhochschule; viele romanische Bauten und Renaissancegebäude, z. B. romanischer Dom (12. Jahrhundert), Kloster San Paolo, Palazzo della Pilotta, Biblioteca Palatina; Teatro Farnese (1618 eröffnet), Opernhaus (1829); Museen, Nationalgalerie; Handelszentrum; Maschinenbau, Leder-, Tabak-, Uhren-, Glas- und Nahrungsmittelindustrie (Parmesankäse, Parmaschinken, Nudeln), pharmazeutische Industrie; Tourismus; internationaler Flughafen.
Ursprünglich eine etruskische Siedlung, 183 v. Chr. römische Kolonie und bald wichtige Handelsstadt; unter Augustus Colonia Julia Augusta, nach Untergang des Weströmischen Reichs Chrysopolis genannt. Seit 570 beherrschten die Langobarden Parma, seit 774 das fränkische Reich. Die Stadt verlor 1306 ihre republikanische Verfassung, als sie an Ghiberto da Corrèggio († 1321) fiel. 1512 gliederte Papst Julius II. Parma und Piacenza dem Kirchenstaat ein. Papst Paul III. erhob Parma und Piacenza 1545 zu Herzogtümern, mit denen er seinen unehelichen Sohn Pietro Luigi Farnese (* 1503, † 1547) belehnte. 1731 starb die Familie Farnese in Parma aus; die Herzogtümer fielen an die spanischen Bourbonen (Bourbon-Parma). Diese tauschten sie im Frieden von Wien gegen das Königreich beider Sizilien ein. 1805 schlug sie Napoleon I. zu Frankreich. Auf dem Wiener Kongress wurden die Herzogtümer der französischen Kaiserin Marie-Louise zugesprochen. Nach ihrem Tod fiel Parma wieder an die Bourbonen und wurde 1860 ein Teil des Königreichs Italien.
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