Lexikon
Peru
Fujimori-Regime und demokratischer Neuanfang
Wirtschaftlicher Niedergang und die Bedrohung durch den Terrorismus verhalfen 1990 dem japanischstämmigen Alberto K. Fujimori mit seiner Partei Cambio 90 zur Macht. Er löste 1992 das Parlament auf und setzte die Verfassung außer Kraft. Das Militär stellte sich hinter diesen institutionellen Staatsstreich. Im selben Jahr gelang die Verhaftung des Sendero-Führers Abimael Guzmán. Ein Jahr später sprach sich das Volk für eine neue Verfassung aus, welche die Rechte des Präsidenten ausweitete. 1995 wählte die Bevölkerung Fujimori erneut zum Staatsoberhaupt. Ein Grenzkonflikt mit Ecuador konnte 1998 beigelegt werden. Das autoritäre Regime Fujimoris stieß bei der Bevölkerung zunehmend auf Kritik. In einer verfassungsrechtlich umstrittenen Wahl wurde Fujimori 2000 im Amt bestätigt. Nach einem Bestechungsskandal um Geheimdienstchef Vladimiro Montesinos erklärte Fujimori im selben Jahr auf einer Auslandsreise seinen Rücktritt und wurde im Gegenzug vom Parlament für abgesetzt erklärt. Die Wahlen 2001 gewann Alejandro Toledo Manrique, der damit zum ersten indianischstämmigen Präsidenten des Landes wurde. Im Laufe seiner Amtszeit verlor er infolge der schlechten sozialen Lage der Bevölkerung und auf Grund von Korruptionsaffären stark an Popularität. 2006 wählte die Bevölkerung erneut Alan García Pérez ins Präsidentenamt. Im selben Jahr wurde der SL-Führer Guzmán zu lebenslanger Haft verurteilt. 2007 lieferte Chile den früheren Präsidenten Fujimori an Peru aus. Er wurde wegen verschiedener Delikte zu einer Freiheitsstrafe von 25 Jahren verurteilt. 2009 verhängte die Regierung nach Protesten und Straßenblockaden der indigenen Bevölkerung gegen Dekrete zur Nutzung der natürlichen Ressourcen über mehrere Regionen im Nordosten des Landes für 60 Tage den Ausnahmezustand. Es kam zu blutigen Auseinandersetzungen. Schließlich zog die Regierung die umstrittenen Gesetze zurück. Mit knapper Mehrheit konnte sich am 5. 6. 2011 der linksnationale Politiker O. Humala (Gana Perú) in der Stichwahl um das Präsidentenamt gegen Keiko Fujimori (* 1975), Tochter des früheren Präsidenten und Kandidatin des Bündnisses »Fuerza 2011«, durchsetzen.
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