Lexikon

Realsmus

[lateinisch]

Philosophie

allgemein der die Realität, Faktizität, Bewusstseinsunabhängigkeit von Ansichseiendem betonende, sie zum Grund, Maßstab und Inhalt alles Seins und Bewusstseins machende Standpunkt. Metaphysischer Realismus ist die Auffassung, dass das begriffliche Allgemeine vor den individuellen Dingen sei; erkenntnistheoretischer Realismus besagt, dass es eine vom Denken unabhängige Wirklichkeit gibt.
So war Platons Philosophie an der bewusstseinsunabhängigen Realität der Ideen orientiert: Allein die Teilhabe an ihnen vermittelte auch den Einzeldingen einen partiellen, abgeleiteten Realitätscharakter. Das galt für Platon sowohl im Sinn des ethischen Idealismus wie in der Weise des logischen Idealismus, der die unabhängige Existenz der Gattungsbegriffe (Universalien) behauptet.
Ebenso vertrat der mittelalterliche Realismus die These, dass die Universalien das Ursprüngliche und Wirkliche seien und nicht nur seinsmäßig einen höheren Rang einnähmen, sondern auch früher existierten als die Einzeldinge, die sie aus sich erzeugten (universalia ante rem). Die Gegenposition im Universalienstreit nahm der Nominalismus ein. Der in der Neuzeit auftretende erkenntnistheoretische Realismus behauptet im Gegensatz zum Idealismus eine bewusstseinsunabhängige Realität, die durch Wahrnehmung und Denken erkannt werde.
  1. Einleitung
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  4. Philosophie
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