Lexikon

sumrische Kunst

die Kunst des sumerischen Volkes, in mehrere Perioden gegliedert nach den wichtigsten Fundorten ihrer Erzeugnisse (z. B. Uruk, Dschemdet Nasr) oder nach Herrscherpersönlichkeiten.
Der Beginn der sumerischen Kunst wird mit der Uruk-Periode (um 3000 v. Chr.) angesetzt. Erfindung der Schrift, Aufkommen der Monumentalarchitektur und des Rollsiegels, in dessen Bildstreifen oft Motive aus der Welt des Jägers erscheinen, kennzeichnen diese früheste Epoche der altsumerischen Kultur. In der Tempelbaukunst erscheinen lang gestreckte Höfe, von Raumtrakten umgeben, Nischenanlagen sowie Hochterrassen als Keimzellen der späteren Zikkurat. Als Wandschmuck diente oft das Stiftmosaik aus etwa 10 cm langen, mit gefärbten Köpfen versehenen Tonstiften, die zu Flechtmustern zusammengesetzt und in den Lehmverputz der Ziegelmauer eingedrückt wurden. Die Dschemdet-Nasr-Zeit (28002700 v. Chr.) entwickelte die Formen der vorangegangenen Periode weiter. Neben bedeutenden Werken der Großplastik, darunter aus Uruk ein Relief aus schwarzem Basalt mit der Darstellung einer Löwenjagd, erhielten sich kleinplastische, naturnah gearbeitete Tierfiguren, Schmuck aus Halbedelsteinen und Muscheln.
Zwischen der Dschemdet-Nasr-Epoche und der Mesilim-Zeit (um 2600 v. Chr.) besteht ein scharfer Bruch. Auffallend ist der Verzicht auf Monumentalität in der Baukunst; die Tempel erscheinen als Herdhäuser mit dem Altar an einer Schmalseite. In der Steinschneidekunst herrscht das Figurenband mit ornamentähnlichen Bildstreifen vor. Der 2. Abschnitt der frühdynastischen Periode, die Ur-I-Zeit, führt in der Baukunst allgemein die Tradition der Mesilim-Epoche weiter, doch werden Tempel jetzt gegen die Siedlungen durch Mauern abgeschlossen. Die Goldschmiedekunst brachte Gefäße, Geräte und Schmuckstücke von bewundernswerter Schönheit hervor (Königsfriedhof in Ur).
Nach dem Ende der sumerischen Vorherrschaft gegen 2300 v. Chr. erlebte die Kunst 300 Jahre später in der Gudea-Zeit und der Epoche der 3. Dynastie von Ur (neusumerische Zeit) eine Renaissance (Hochterrassentempel).
Pandemie, Psychologie, Kinder
Wissenschaft

Wie geht es unseren Kindern?

Mehrere Studien zeichnen ein deutliches Bild von der psychischen Verfassung der jungen Generation in Zeiten der Pandemie und davor. Die Risiken für Probleme sind demnach ungleich verteilt. von EVA TENZER Vor der Pandemie gab es Hoffnung: Studien verzeichneten bei der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen einen...

Wissenschaft

Raubvögel der Dino-Ära

Über den Köpfen von Tyrannosaurus rex und Co. flogen offenbar schon Vögel mit Beute in den Krallen durch die Luft: Ähnlich wie die modernen Raubvögel jagten wahrscheinlich auch zwei neuentdeckte Vogelarten der späten Kreidezeit, berichten Forschende. Dies geht aus Merkmalen ihrer Fußknochen hervor, die denen von Falken oder Eulen...

Weitere Artikel aus dem Wahrig Herkunftswörterbuch

Weitere Artikel aus dem Vornamenlexikon